Das lässt mich zerrissen zurück.
Für stark masochistische Personen mag dies erstrebenswert sein. Doch erscheint mir Johanna nicht so.
Er prügelt mit Wut auf sie ein. Ich hab mal gelesen, ein Dom soll sich nie von Wut leiten lassen, da verliert man die Kontrolle.
Was ist mit der Nachsorge? Ich kann eine kurze Umarmung im Handtuch nicht mit Nachsorge gleichsetzen. Auch nicht das: Jetzt weint sie wieder, denn diese Zärtlichkeit beschämt sie. Sie hatte so große Angst davor, dass er ihr diese Nähe verwehren könnte. Denn das hier, das tut er für sie. Das braucht er nicht.
Er braucht es nicht zu tun?
Und dann wieder diese Zeilen von ihm an sie. Sie soll sich nicht wegwerfen? Aber für mich ist die Geschichte eher so, als würde sie sich an ihn wegwerfen, weil er vollkommen gefühllos ist. Was will er von ihr? Warum will sie ihn?
Mich macht es traurig, weil ich denke, sie hat den Falschen erwischt. Und er hat vielleicht Probleme, die er so kompensieren will.
14.04.2017 um 20:27 Uhr
Gut geschrieben. Sehr eindrucksvoll, die starke bildhafte Sprache.
Der Text hat mir gefallen und mich doch unzufrieden zurückgelassen.
Meine Beziehung zu meinem Mann und Dom hat sich, seitdem wir begonnen haben, diese Sehnsucht auszuleben, vertieft, ist stärker von Vertrauen und Liebe getragen.
Johanna und ihr Herr scheinen mir dagegen nicht miteinander, sondern eher nebeneinander her zu leben. Keine Beziehung, sondern eher Dienstleister, zwei Sterne, die sich gelegentlich treffen, dabei heftig aufeinander prallen, Energie austauschen und danach wieder einsam ihre Bahn ziehen. Keine Liebe, keine Verantwortung, zumindestens von seiner Seite. Das würde ich nicht wollen.
Danke für einen Blick auf die andere Seite.
hanne
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