@ Wölfin:
Ich habe mir Gedanken zu Deinen Aussagen gemacht und muss Dir in einigen Dingen zustimmen. Wir müssen unseren Kindern vorurteilsfrei die Welt erklären, aber ich finde, so spezifische Sachen wie Fetisch und SM gehören nicht in den Aufklärungsunterricht von der Schule. Aus Erfahrung weiß ich, das Lehrer und Lehrerinnen ganz oft auch Ihre eigenen Meinungen und Ansichten unseren Kindern mit auf dem Weg geben. Nun kann es eine weltoffene Lehrkraft sein, die den Kindern diese Facette vorurteilsfrei erklärt, aber das traue ich nicht allen zu und damit könnte man auch genau das Gegenteil erreichen. Wenn ich heute gefragt werden würde, ob die Schule über dieses Thema aufklären sollte, würde ich definitiv Nein sagen.
Wenn einer der Beiden mit Fragen zu Fetischen zu mir kommen sollte, werde ich versuchen altersgerecht und ohne Wertungen alle Fragen zu klären.
Alleine die Reaktion letzten Sommer auf Conchita Wurst war sehr spannend, ich fand es erstaunlich, was ich für Fragen zu Ihr/Ihm bekommen hatte und es war kein Stück von Intoleranz oder Negatives dabei gewesen. Ich lasse mich nun überraschen, was als nächstes kommen wird...
13.12.2014 um 09:11 Uhr
Also was macht ihr Euch da jetzt hier solche Gedanken?
Früher fand eine Aufklärung im Elternhaus und/oder in der Schule kaum statt. Die Jugendlichen waren praktisch gezwungen, sich ihr (Halb?)Wissen auf der Straße zu holen. Ich halte einen Großteil des Wissens, das sie sich heute aus dem Netz ziehen für nicht weniger fragwürdig.
Damals brachten sie sich bei, dass der Coitus interruptus eine Verhütungsmethode sei; wir alle wissen, dass er mindestens ebenso gut als Zeugungsmethode taugt. Ungewollte Schwangerschaften und illegale Abbrüche mit zum Teil schweren Folgen gab es sicher mehr als heute.
Heute wissen die Heranwachsenden alles besser und vor allem (Dank jederzeit auffindbarer Bilder und Filme im Netz) detaillierter. Diese Details sind häufig ziemlich verroht. Es hat meiner Meinung nach nichts mit gegenseitiger Einvernehmlichkeit zu tun, wenn private Aufzeichungen durch die sozialen Netzwerke gehen, wenn mehrere junge Männer im Rudel über eine Frau herfallen und die Devise grundsätzlich lautet, die Alte (!!) solle erst einmal gründlich in den A… (ihr wisst schon, aber ich will den Beitrag nicht hinter dem Jugendschutz verbarrikadieren).
Mit anderen Worten: Das Bild, das auf der (virtuellen) Straße von der Sexualität vermittelt wird, ist in meinen Augen falsch. Und da sehe ich in erster Linie die Eltern, aber auch die Schulen, in der Pflicht, korrigierend mit einer begleitenden Aufklärung einzugreifen. Und genau deswegen mache ich mir hier diese Gedanken.
@RoteSonne: Die Qualität des Unterricht steht und fällt immer mit der Persönlichkeit des Lehrers, das ist bei Mathe und PoWi nicht anders als bei Biologie (in dessen Lehrplan hier der Aufklärungsunterricht fällt). Ich verstehe also Deine Bedenken, bleibe aber grundsätzlich dabei, dass BDSM neben der Homosexualität zumindest in der Schule auch benannt und eben nicht verdammt werden sollte. Und wenn ich mir ansehe, wie schnell heute erboste Eltern in den Zimmern der Schulleitung auftauchen, würde ein Lehrer sicher nicht zweimal abfällig wertende Äußerungen über Homosexualität und/oder BDSM wagen.
Wölfin