Damals hatte sie die Wahl: Ausziehen und eintreten in das Leben der Mistress, Teil von dem hier werden. Oder gehen. Es war ihr bewusst, dass noch viel schwierigere und schmerzhaftere Entscheidungen auf sie zukommen würden. Heute steht sie an derselben Stelle - aber das Gefühl ist dieses Mal ein ganz anderes.
Das herrschaftliche Haus liegt dunkel und ruhig. Nur ab und zu knackt es im alten Gebälk, noch seltener und noch leiser das Plink eines Tropfens, der von der Regenrinne auf das Geländer der Veranda hinten tropft.
Genau dieselbe Stille und Dunkelheit herrschen in dem kleinen Zimmer, am Ende des Korridors im ersten Stock. Nur wer sehr genau hinhört und nahe genug ist, sich etwa über das Bett zu ihr hinunterbeugt oder neben dem Bett kniet, könnte die sanften Atemgeräusche der jungen Frau hören. Ruhig und gleichmäßig, so wie nur ein Schlafender atmet. Das Weiß der Laken ist in der Dunkelheit kaum auszumachen, ein heller Fleck, unmöglich zu erkennen, wo die Baumwolle endet und nackte Haut beginnt.
Ein Rascheln, eine kurze Pause zwischen zwei Atemzügen; die Frau ist erwacht, liegt still im Bett auf dem Rücken, starrt in die Dunkelheit über ihr. Minutenlang ist nichts weiter zu hören, dann, plötzlich, schlägt sie die Decke zurück, setzt sich auf, streckt sich und gähnt. Niemand sieht, wie sich die kleinen, festen Brüste mit den in der Kühle des Zimmers gereckten Nippeln über ihren Brustkorb spannen, bis sie kaum mehr als Brüste zu erkennen sind. Die Frau schon gar nicht. Und selbst wenn es genügend hell wäre, würde es sie keinen Deut interessieren. Erstens trägt sie die Dinger schon seit gut anderthalb Jahrzehnten mit sich herum, zweitens hat sie sich schon Tausend Mal vor einem Spiegel gereckt, die Hände im Nacken verschränkt, die Brust herausgedrückt, die Beine gespreizt, ihren ganzen Körper sich selbst - und noch viel häufiger anderen - zur Schau gestellt. Nein, nackt zu sein, und sei es inmitten fremder, bekleideter Menschen, macht ihr kaum mehr etwas aus.
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Sehr, sehr intensive Zeilen, die total unter die Haut gehen. Ich muss gestehen, dass sie mich wirklich getroffen haben. In schön gemalte Bilder verpackt, beschreibst Du uns hier einen traurigen, wohl aber absolut notwendigen Lebensschritt. Dies so intensiv, dass ich wirklich dieses Szenario vor Augen hatte. Den Abschiedsschmerz, die Trauer, die Enttäuschung, den Mut.
Eines zeigen diese Zeilen auch. Nämlich, dass es manchmal nötig ist, harte Schritte zu gehen um sich selbst zu helfen. Auch wenn der Weg dort hin oft mühsam und steinig ist, man ihn eigentlich gar nicht gehen will.
Mich haben Deine Zeilen beeindruckt, vielen Dank, das ich sie hier lesen durfte.
Die Neugierde kann ich nachvollziehen. Die Geschichte war ein Versuch für mich, mit der Sache abzuschliessen. Hat nicht funktioniert. Trotzdem oder gerade deswegen: mehr über die Herrin wird's nie geben.
28.03.2025 um 04:53 Uhr
Deine Geschichte trifft mich sehr liebe lucy.
Du hast mich mit deinen Worten, das Erlebte, die Gedanken, Ängste, Träume des Mädchen sehr berührt.
Kann es nachvollziehen und ich muss zugeben, dass es mich traurig macht.
Ich bin dir dankbar liebe Lucy für diese Zeilen das ich diese lesen durfte
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