Hallo Devana,
Dein Text "Allein" gefällt mir. Es ist eine innige Beziehung, die Du da beschreibst. Zumindest von der einen Seite, denn das schmerzlich vermisste Gegenüber ist ja gerade nicht da, wenn auch nur für kurze Zeit. Die Einsamkeit, die gefühlte Leere, das Gefühl allein zu sein, all dies deutet ja auf die Tiefe der Empfindungen, des Gefühls hin.
Während die erste Strophe den Verlust beschreibt, stellt die zweite eine Frage, deren Beantwortung durch das Gegenüber interessant wäre. Aber wahrscheinlich wird sie so nie beantwortet werden können. Denn wer kann schon sagen, warum er oder sie in einem anderen Menschen solche tiefe Empfindungen auslöst?
Der Gedanke des "Halbseins", der benötigten Ergänzung durch den Partner, um "ganz" sein zu können, gefällt mir. Ich kenne ihn auch aus der jüdischen Mystik, nach der der wahre Mensch erst durch die (geschlechtliche) Vereinigung zwischen Mann und Frau entsteht. Hier ist es anders gemeint, die Seele, der Körper des zurückgelassenen Menschens weiß, dass er ohne den Partner nur unvollständig und mit ihm ganz ist. Und dennoch sieht er sich als Teil des anderen, dem man ganz gehören will und bei dem man sich fallen lassen kann. Ein schönes Bild der Geborgenheit, das Du da wählst. Es gefällt mir.
Die vierte Strophe geht auf die Körperlichkeit - auch in der BDSM Beziehung - ein. Der Partner umfängt, hält, quält, benutzt. Doch anscheinend, um dem Gegenüber seine Liebe zu zeigen, um Lust zu schenken. Und das führt, wie die 5. Strophe zeigt, dazu, dass die Zuneigung erwidert wird. Mit Körper, Geist und Seele wird die Liebe erwidert.
In der letzten Strophe bahnt sich diese Liebe ihren Weg in dem innigen Wusch, dass der Partner zurückkommen möge. Und der zurückgelassen Liebende bringt die Stärke seiner Persönlichkeit und Liebe zum Ausdruck.
Knien will er oder sie, also dienen, sich unterwerfen und unterwürfig im positiven Sinne sein. Aus freien Stücken, nicht aus Zwang. Ich glaube, nur so kann eine BDSM - Beziehung funktionieren.
Dein gedicht hat mir gut gefallen. Wohl dem, der eine solche Partnerin oder Partner hat, der so tiefe Empfindungen auslöst und der als Bereicherung des Lebens verstanden werden kann. Wohl dem, der ein solches Gegenüber findet.
Vielen Dank für Deine Worte, die mich sehr angesprochen haben.
»Allein«
von Devana
Wie machst du das nur? Mich so zu besitzen, dass ich nur halb bin und nur ganz, wenn du wieder da bist?
Das Gedicht lesen: »Allein« von Devana