Liebe Mai, eine oder besser gesagt drei schöne Geschichten rund um die erotische Spielart, lustvolle Erniedrigung zu erleiden, wenn man wie ein Tier aus einem Napf essen muss. Wie du durch die Aufteilung in mehrere Geschichten zeigst, was für unterschiedliche Motive dazu führen können und wie mannigfaltig die ausgelösten Gefühle dabei sind, ist wirklich große Schreibkunst. Es ist kein Klischee dabei, sondern echte, tiefe und komplexe Gefühle. Danke, dass du uns diesen dunklen Dreiklang vorgesetzt hast.
Erwähnen will ich noch deine starken Metaphern am Anfang der ersten Geschichte. Sie schienen mir erst übertrieben, doch die Bilder waren zu eindringlich. Besonders das Honiglächeln und das Bild vom Gemälde haben mich lange Zeit beschäftigt. Sie sind so extrem, dass sie noch lange nachwirken und in einem Emotionen entfachen, ob man will oder nicht. Sie haben fast was Künstlerisches oder sogar Surreales, doch das hat mir sehr gefallen. Es ist fast schade, dass du nicht noch mehr dieser überstarken Metaphern im ganzen Stück verteilt hast. Es wäre spannend eine Geschichte zu lesen, die nur aus diesen emotionalen Anstößen (und auch Anstößigkeiten) besteht. Mach auf jeden Fall weiter so und lass dir mehr so intelligente und originelle Themen einfallen. Ich freue mich schon drauf.
»Zen in der Kunst des Fressnapfessens«
von Mai
Ein Motiv, drei Szenen, drei Geschichten, verbunden durch den roten Faden einer beliebten BDSM-Praktik. Und doch skizzieren sie verschiedene Menschen und ihren Umgang damit.
Die BDSM-Geschichte lesen: »Zen in der Kunst des Fressnapfessens« von Mai