Eine Geschichte ist für mich eine Geschichte. Sie ist wie Alltag, wie Leben. Mehr nicht. Ich suche keine Parallelwelt, nichts, was anders ist, als das Leben. Was hinein muss in eine Geschichte, ist Konflikt, und das war es auch schon. Die Suche nach Perfektion der Figuren in Geschichten, nach deren Nachvollziehbarkeit und Logik ist für mich ein Verbesserungsversuch der Handlung.
Das ist okay, aber wenn wir Handlung und Protagonisten verbessern könnten, hätten wir im Leben eine bessere Welt und in der Geschichte - eine andere Geschichte.
Deine Geschichte lebt durch eine durchgehend gehaltene Spannung und die Anregung zum Denken. Sie ist keine Folge von Aneinanderreihung sexueller Handlungen, sie ist Kopfkino, nicht Abbild.
08.07.2022 um 16:00 Uhr
In Teilen kann ich deiner Sicht auf das Thema Logik zustimmen. Teilweise jedoch nicht. Wie oft ertappen wir uns und andere mit dem berüchtigten "war ja arschklar", "musste doch so kommen" u.ä.m.? Richtig, am laufenden Band. Das Problem ist nicht die menschliche Logik, sondern es sind die "Interferenzen" - also Ungläubigkeit, Zweifel, Hektik, Handeln wider besserem Wissen usw.
Es kann alles passieren, im Leben wie in Geschichten. Doch nichts geschieht grundlos. Auch nicht, wenn wir die Ursachen nicht erkennen oder vielleicht erkennen wollen. Literatur darf imgrunde alles infrage stellen, selbst Naturgesetze. Ja, auch diese. Denn nichts ist verlockender, als Gott, Geister etc. pp. für verantwortlich zu erklären. Selbst vor Partnern, Freunden ... machen wir in der Realität bei "Schuldzuweisungen" mitunter keinen Halt.
Phantasie ist auch Leben, gehört dazu. Und demzufolge irgendwie real.
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