Eine sehr gelungene Geschichte, die mich berührt hat. Gefallen hat mir, dass sie einen Anfang hat und ein Ende, wie zwei Buchdeckel, und diese im Alltag verankert sind. Die Geschichte hängt wie eine Leine an zwei festen Häken, und damit wirkt der Abflug desto freier.
Gefallen hat mir, dass sie so intim ist, und dabei gleichzeitig diskret. Es geht um einen kurzen sehnsuchtsvollen Ausflug in die Phantasie, die für Minuten materielle Gestalt annimmt.
Auch die sprachliche Umsetzung wahrt - für meinen Geschmack - eine gelungene Distanz: nah genug, um die Nahsinne anzusprechen, und weit genug entfernt, um nicht penetrant zu sein.
Als ich diese Geschichte las, meinte ich, einen flatternden Vogel in den Händen einzuschließen, den man nicht zerdrücken darf, und der quicklebendig ist.
Ich bewundere solche knappen Geschichten, die sparsam daherkommen, und voller Innenleben sind.
07.11.2015 um 08:11 Uhr
Ein wundervolles Selbstbekenntnis...
Zeilen, in denen man tiefe Sehnsucht, tiefes Verlangen spürt. In denen man sich in den Gedanken, im Tun der Protagonistin verliert. Momente, die man spüren kann.
Zugegebenermaßen hat mich an der Geschichte noch etwas anderes beeindruckt. Neben der Geschichte, den sie hätte mir auch ohne ihn super gefallen. Der letzte Satz. Ist er doch schon deswegen so wunderbar, weil er uns eines in Erinnerung ruft. Das wahre Leben.
Antworten, Zitieren, Kontaktieren, nach oben