Ich bin schwer beeindruckt.
Stilistisch wunderbar erzählst Du uns hier die Geschichte einer Frau, die gespaltener auf der einen, realer auf der anden Seite wohl kaum sein kann. Einer Frau, der es wie vielen geht, die diese Sehnsucht, diese Neigung ausleben. Mit beiden Beinen fest im Berufsleben stehend, anerkannt, erfolgreich. Dazu abgrundtief der Neigung verfallen, voller Erwartung, voller Sucht. Sucht nach ihm, von dem sie weiß, dass sie ihn niemals besitzen wird. Das sie immer abhängig sein wird, von dem, was er erlaubt, zulässt.
Episodenhaft lässt Du uns an ihrem Arbeitsleben teilhaben, zeigst uns Nähe wie Distanz, die Härte und Widrigkeit des Lebens. Lässt uns aber auch in ihre Seele blicken, als es zur Begegnung mit seinem realen Leben kommt. Als sie die sehen kann, die ihn tatsächlich hat, mit der er sein Leben verbringt. Auch ihr provoziertes Treffen läuft nicht ganz nach ihren Vorstellungen, endet in dem, von dem sie selbst sagt, dass sie noch nicht so weit sei. Aber auch in der Erkenntnis, dass sein totaler Fokus wohl doch nicht auf ihr liegt.
Besonders ergreifend fand ich den Schluss. Die Momente auf der Brücke, die Erkenntnis dass es wohl Engel sind, die fliegen können. Engel, die man lieben kann, auch wenn man dafür vielleicht noch zu jung ist.
Vielen Dank für diese feinsinnigen, wunderschönen Zeilen.
»Ringlein, Ringlein, du musst wandern«
von Nachtasou
Karin möchte klein sein. Sie möchte sich wie eine Katze an seine Wünsche anschmiegen. Aber er wirkt heute so kantig und ihr wird bang um ihre Geschmeidigkeit. Look at Me. Ich bin Dein. Ihre Lippen zucken, aber sie weiß, dass ihr nichts einfallen wird zu sagen, sie kann es nicht einmal für sich in Worte fassen. Dann kommt ihre Droge. Über sie.
Die BDSM-Geschichte lesen: »Ringlein, Ringlein, du musst wandern« von Nachtasou