Bester poet,
Vorweg: verbale Erniedrigungen und diese Kommandosprache finde ich erotisch wie alte Turnschuhe, nämlich gar nicht. Egal in welcher Rollenaufteilung.
Deshalb kann ich nur 'formal' auf die Geschichte reagieren. Und da bin ich beeindruckt: denn auf den ersten Blick kommt die Erzählung unspektakulär daher und scheint nur auf den Überraschungseffekt am Ende hinzuarbeiten. Und dort weiß ich dann nicht, ob ich lachen oder bedauern will/soll. Ist das tragikomisch?
Da ist ein triebiger Erfindergeist, der aus der Not noch etwas macht, und eine Erbärmlichkeit, weil der Ersatz eben doch kein Ersatz sein kann. Und das liegt nicht nur an dem falschen Programmwert der sechs Minuten. Selbst wenn das Ding noch so intelligent programmierbar wäre, es bleibt ein Ding.
Tragend halte ich das Motiv der Scheuklappen zu Beginn. Die „Illusion“ ist nur durchzuhalten, indem er sich das Sichtfeld selbst beschränkt.
Und dann sein Fehlschluss: es gäbe so wenig dominante Frauen.
Eine einzige wäre doch genug! Wenn er nicht so bescheuert wäre, jemanden zu suchen, “die ihm zum Ausleben seiner wilden Träume verhalf“, anstatt zum Ausleben ihrer wilden Träume.
In seiner Vorstellungswelt müsste sie auch programmierbar sein. Und da schließt sich dann der Kreis.
Eine vielschichtige Story. Und das auf so knappem Raum.
Gefiel mir sehr. Danke.
23.09.2015 um 15:28 Uhr
Fast hätte ich gesagt: der Ärmste. Aber dann diese, fast ein bisschen ernüchternde, Auflösung. Gibt es denn tatsächlich so wenige dominante Frauen, das man zu solchen Mitteln greifen muss?
Mir jedenfalls haben die Zeilen, vor allem wegen der Auflösung gefallen. Auch wenn ich seine Selbstzüchtigung jetzt mit einem anderen Blickwinkel sehe.
Vielen Dank.
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