Mit der zunehmenden Leseunlust hast Du völlig Recht, Xentaur. Allerdings liegt es nicht allein an den Serien. Im Sommer beispielsweise bin ich nach Feierabend fast ausschließlich draußen unterwegs. Die Sommer in Deutschland empfinde ich generell immer als viel zu kurz. Da genieße ich jeden Abend draußen anstatt fernzusehen oder in ein Buch zu schauen.
Im Winter schaue ich dann tatsächlich auch Serien. Es liegt aber nicht an dem Angebot an sich. Nach 8 Stunden Bildschirmarbeit fehlt mir schlichtweg die geistige Kraft um mich noch auf einen Roman einzulassen. Kurzgeschichten gehen noch, das wars's aber auch.
Wobei die Serien natürlich viele von den Büchern wegziehen, das sehe ich genauso wie Du. Bei jüngeren Menschen habe ich aber auch die Beobachtung gemacht, dass die teilweise Serien oder Filme gar nicht mehr richtig verfolgen. Alle paar Minuten ist das Handy in der Hand und es wird gelesen und geschrieben. Da kommt dann die Frage "Was habe ich gerade verpasst?"Aber gut, das ist ein anderes Thema...
02.04.2021 um 18:02 Uhr
Ich bin auch ein Schriftmensch. Seit ich 10 Jahre alt bin sitze ich da und fasse meine Gedanken in Worte, die ich dann in Geschichten niederschreibe.
Also habe ich 25 Jahre lang nur von Hand geschrieben, es gibt einige Leitzordner die voll sind mit karierten Blättern und alle dicht vollgeschrieben mit Bleistift.
Für mein Romanwerk "Die Sage von Xyr" habe ich viel ausgegeben um sie abtippen zu lassen.
Seit 20 Jahren tippe ich nur noch am Lapptop oder PC.
Seit jeher bekomme ich oft Unverständnis entgegen gebracht, dass ich so viel Zeit darauf verwende um etwas zu tun, für das man kein Geld bekommt.
Dennoch es ist ein tiefes Bedürfnis das in mir steckt. Sobal die Geschichten und die darin vorkommenden Personen sich in meinem Kopf formen, wollen sie heraus und von mir auf dem Papier zum Leben erweckt werden.
Und tatsächlich leben die Figuren in den Köpfen der Leser, sobald sie sich die Mühe machen, das geschriebene Wort zu entziffen und dazu die entsprechenden Vorstellungen im Kopf zu machen.
Mit Sorge beobachte ich eine gewisse Leseunlust, nicht nur bei mir selbst, sondern auch in der Bevölkerung. Schuld sind die Traumfabriken der Filmindustrie. Man kann sich heute ohne Mühe Dauerberieseln lassen mit allerlei Serien und Filmen zu jedem Thema, in hervoragender Bildqualität und Tricktechnik. Leider bleibt in letzter zeit oft die Geschichte auf der Strecke, weshalb ich dann oft doch wieder zu einem gedruckten Buch greife. Wie heißt es: Lesen ist fernsehen im Kopf.
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