Wie auch schon zuvor angemerkt wurde, möchte ich ganz klar um die Unterscheidung FemDom und Domina bitten. Ein himmelweiter Unterschied. Selbst bei den FemDoms sollte nochmals unterschieden werden, in welcher Art Beziehung sie sich befinden: Spielbeziehung oder Liebesbeziehung.
Und damit ist klar, wie unterschiedlich stark ausgeprägt die Emotionen einer dominanten Frau sind bzw. wieviel Gefühl sie in die jeweilige Art der Beziehung investiert bzw. investieren sollte.
Konsequente, strenge und umfassende Dominanz funktioniert für den Sub nur erfüllend ohne Liebe. Die strenge Lehrerin ist während des Spiels nur strenge Lehrerin, sonst nichts. Sie erteilt eine Lektion mit dem Rohrstock. Sie kuschelt nicht. Das bedeutet nicht, dass keine Emotionen im Spiel sind. Die dürfen nicht fehlen, aber erst, wenn das Spiel vorbei ist.
Hier wird von Dominanz gesprochen. Dabei ist eigentlich eine SM-Session gemeint und eher der weibliche Sadismus gefragt.
Konsequente Dominanz findet sich nämlich auch in einer FLR-Beziehung wieder. Und diese kann auch gänzlich ohne SM-Anteil auskommen. Aber wahrscheinlich ist es unspektakulär als Autor darüber zu schreiben. Weil diese Art der Beziehungen sehr harmonisch ablaufen (können). Daher findet sich womöglich weniger darüber.
Und nicht jeder submissive Mann ist gleichzeitig auch masochistisch veranlagt. Aber natürlich möchte jeder Masochist seine masochistische Ader befriedigt bekommen. Die Lektion mit dem Rohrstock, die hier benannt ist, ist sicherlich als reine Bestrafung zu verstehen. Auch für mich - in diesem Kontext - ist dies unvereinbar mit Kuscheleinheiten während einer Session. Aber was ist mit Schlagen aus reiner Lust? Zur Befriedigung der Lust der weiblichen Sadistin? Wäre hierbei eine Session weniger hart?! Wären hier nicht Streicheleinheiten denkbar? Gefolgt von Kratzen mit spitzen Fingernägeln? Die Stelle, die zuvor geküsst wurde, wird Sekunden später mit Peitschenspuren verziert? Emotionen und liebevolle Gesten trotz Sadismus.
Dankeschön, lieber Gregor, für Deine Gedanken. Ich habe hier meine ersten spontanen Gedanken dazu niedergeschrieben, weiß aber, dass mich das Thema darüber hinaus noch beschäftigen wird.
18.08.2021 um 10:12 Uhr
Hallo Gregor,
"...desto klarer wird mir, dass ich keine allgemeingültigen Antworten...kenne." Wenn zwei die "gleiche Sprache sprechen", dann gibt es diese Antworten doch. "Die gleiche Sprache" für mich: Man hat einen definierten Konsens der Begrifflichkeiten. Die Allgemeningültigkeit scheitert immer dann, wenn die Begriffe nicht klar definiert sind. Als Ergebnis sind die Antworten dann jeweils nur ein Teil der Allgemeingültigkeit, ein Blickwinkel auf die selbe Sache und so scheint es Widersprüche zu geben - finde ich keinen gemeinsamen Konsens der Begriffe, so muss ich zumindest in der Lage sein den Standpunkt und damit Blickwinkel des anderen einzunehmen, um diesen mit abzubilden.
Die Neigung zur Dominanz oder Unterwerfung des Einzelnen ist nicht geschlechtsspezifisch. Jeder Mensch befindet sich irgendwo auf einem Punkt zwischen diesen beiden Polen und sucht durch den Partner die Balance. Ob nun bestimmte Praktiken oder ein Fetisch - alles Wege, um das Gleichgewicht zu erlangen.
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