Bei meinen Malesubgeschichten wird oft angemerkt, dass sie distanziert wirken. Auch auf das Fehlen von Emotionen der dominanten Frau werde ich hingewiesen. Meine Dominas sind häufig kalt und narzisstisch dargestellt, egoistisch, kompromisslos. Ich habe darüber nachgedacht, warum das so ist. Und bin darauf gekommen, dass ich es selbst nicht begründen kann. Die einzige Erklärung besteht darin, dass ich es in meinen Geschichten so will. Aber warum?
Klar, Geschichten stehen immer ein Stück über der Wirklichkeit. Sie müssen einen Entwicklungsprozess enthalten, eine Handlung, die sich vom Alltag abhebt. Es ist schon eine ganze Menge, wenn ich es schaffe, dass meine Geschichten von Leuten gelesen werden, die keine männlich-submissiven Neigungen haben. Dafür danke ich.
Ich möchte Euch einladen, meinen Gedanken zu folgen, vielleicht selbst etwas zum Thema aufzuschreiben. Wie seht Ihr das? Unterscheidet sich das Erleben männlicher Subs von dem weiblicher Subs? Wie ist das in Eurer Realität?
Ich bin kein Psychologe, kein Sexualwissenschaftler. Je älter ich werde, desto klarer wird mir, dass ich keine allgemeingültigen Antworten auf Fragen kenne. Als junger Mensch wusste ich genau, wie die Welt funktioniert, konnte jedem alles erklären und war davon überzeugt, dass meine Wahrheit allgemeingültig ist. Das ist sie nicht. Meiner Meinung nach gibt auf alle Fragen immer nur individuelle Antworten, je nach Standpunkt, von dem ein Mensch auf das Objekt seiner Frage schaut. Also, bitte schreibt was zum Thema.
Ich mache den Anfang. Der Abstand des Sub zur Domina macht den Reiz. Und dieser Abstand kann nicht groß genug sein. Sehe ich mir Internetseiten professioneller Dominas an, dann finde ich Abstand und Reiz. Diese Frauen bedienen den Wunsch nach Abstand zur Realität, bedienen den ausgeprägten, in die submissive Seele treffenden Reiz. Ich sehe Frauen wie Amazonen, Stiefel, Leder, Peitschen, besondere, ganz eigene Schönheit. Aus ihren Augen trifft mich ein Blick, der mir durch Herz und Seele geht. Diese Frauen sind nicht von dieser Welt. Sie haben nichts mit Realität, mit alltäglicher Welt zu tun. Dominas wirken wie von einem anderen Stern, und das müssen sie auch. Eine Frau mit Anorak und Einkaufstasche kann nicht Domina sein. Sie ist und bleibt Frau im Rollenbild. Ich möchte das begründen.
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30.11.2021 um 13:08 Uhr
So sieht es in deiner Welt aus. :)
Nur so im Vorbeischlendern eingestreut: BDSM ist in sehr weiten Teilen Kompensation dessen, was naturgemäß in uns verankert ist, vom Kulturlack jedoch verdrängt und vergraben.
Es gibt nur wenige dominante Frauen? Frag Mutti... (nicht persönlich, sondern mit Blick darauf, wer in der Regel die engste erste Bezugsperson ist - die "Göttin", die Wärme, Nahrung und Sicherheit bietet).
Es gibt das Klischee vom Manager, der heimlich zur Domina geht. Weniger verbreitet, mindestens ebenso real gibt es die starken Frauen, die Betriebe führen, ihre Familien organisieren, die sich in unzähligen Projekten, Vereinen, Organisationen engagieren und die sich in ihrer Fantasie den zuverlässigen, alles wissenden, sie im wahrsten Sinn bis in die Seele erkennenden "Dom" wünscht, in dessen Hände sie sich mit geschlossenen Augen einkuscheln, binden, fallen lassen kann.
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