Vielen lieben Dank an alle Leser, die mir ihre Zeit schenkten, um meinen Zeilen zu begegnen und einzutauchen in eine Momentaufnahme zweier Getriebener.
Als ich die Geschichte verfasste, hatte ich nach Beendigung eine Gänsehaut, so sehr versank ich beim Erschaffen.
Die Charakteren, die ich zum Leben erweckte, sind fiktiv. Ich habe sie bewusst offen gehalten, kaum reflektiert, angerissen, nur einige Sequenzen deren Seins beleuchtet, um Projektionsfläche zu generieren - Projektionsfläche für jeden Interessierten, für jeden Menschen. Projektionsfläche für Einstellungen und Ansichten, für Erlebtes oder Ersehntes, für Ängste und Verdrängtes.
Hebt meine Geschichte einen moralischen Zeigefinger? Rüttelt sie an Werten? Was ist das Gute und was das Böse? Wer der Protagonisten ist im Recht und wer nicht? Ist alles wirklich schwarz-weiß gestaltet oder gibt es auch Grau?
Ich möchte durch meine Kunst keine Antworten vorgeben. Doch vielleicht kann ich anregen und stimulieren, dass jeder für sich Antworten findet, ins Nachdenken verfällt, sich Gedanken macht.
Das Ende ist offen, wie in vielen meiner Erzählungen. Weil das Leben stets mehrere Wege bereithält. Was ist der richtige Weg? Was der falsche? Gibt es diese überhaupt?
Jeder von euch würde vermutlich diese Geschichte anders zu Ende schreiben.
Es sind die Ungesehenen, die Versteckten und dennoch Menschen wie Du und Ich, auf die ich mein Licht lenke. Es ist ein Blick hinter die Fassade, in zwischenmenschliche Abgründe und schauerliche Tiefen, die jeder von uns in sich trägt - nur in welcher Form?
Ab und an schreibe ich meine Geschichten aus der rein männlichen Perspektive. Das ist für mich herausfordernd, da ich dabei versuche, die männliche Gefühlswelt zu erfassen. Ich mag es, den Männern in meinen Werken eine mögliche Plattform zu erschaffen. Und ein stilles "Danke", das meist nicht öffentlich, doch im Kleinen fällt, das sind die Augenblicke, warum ich schreibe.
Um die Menschen in ihren Emotionalitäten abzuholen und etwas anzustoßen - was auch immer es sein mag.
Vielen herzlichen Dank an alle Lektoren und Leser, die mir bereichernde Tipps bezüglich des Handwerks gaben. In der Ursprungsform schrieb ich meine Geschichte in einer Erzählperspektive, ruhig. Dann setzte ich eine Idee, eine spannende Anregung um und gestaltete die gesamte Erzählung noch einmal um. Versetzte ihr einen unruhigen Erzählperspektivenwechsel.
Mir gefiel dies Experiment, da es für mich eine Premiere darstellte. Dieser Gedankengang war sehr inspirierend für mich und pushte meine Kreativität. Ich mag Unkonventionelles.
Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle für die Bereicherung und das Erleben der Wirkung, die dieses stilistische Mittel hervorruft.
Es ist aufregend, eure Empfindungen dazu zu lesen.
Danke von Herzen, dass ich euch aufrütteln durfte und für all eure Überlegungen - für das Ungefilterte und das Gefilterte. Danke für eure Feedbacks, eure Bewertungen, eure Gesprächsimpulse, eure Ideen und Tipps.
Es freut mich, hier sein zu dürfen.
Bitte habt weiterhin viel Freude und Nicht-Freude mit meinen Kurzgeschichten. Es ist mir eine Ehre!
Herzliche Grüße
Julia
26.02.2023 um 18:08 Uhr
Ein spannendes und anspruchsvolles Thema hast Du da gewählt Chezjulia. Der Konflikt, den der Mann mit sich austrägt, ist heftig und das Erlebte krass.
Rein sprachlich bleibe auch ich an den Er-Ich-Wechseln hängen und finde am Ende unglücklich, dass sowohl die zunächst von ihm gedachte als auch die dann tatsächlich geschriebene Nachricht in „“ gesetzt sind.
So etwas schmälert mein Lesevergnügen auch bei nicht-vergnüglichen Texten.
Ebenso verhält es sich mit der Lichtung, die im Wald liegt und keinen Blick auf Felder öffnet.
Ein Verständnisproblem habe ich an folgender Stelle: „Toxische Beziehungen. Neulich verfolgte er eine Reportage dazu … Dabei stand das Tabuthema zur Diskussion, Sub verhielte sich gegenüber Dom manipulativ.“
Eine Reportage zum Thema toxische Beziehung kann ich mir gut vorstellen, weniger dass sie im BDSM-Kontext steht. Was aber nicht heißt, dass es eine solche Reportage geben kann. Aber egal, ob wirklich gesendet oder für die Geschichte erfunden: Wieso ist eine manipulative Sub ein Tabuthema? Durchaus mögliche dass ich hier vollkommen auf dem Schlauch stehe … dann freue ich mich über ein paar erklärende Zeilen.
Abschließend würde mich interessieren, ob Du dich bewusst dafür entschieden hast, nur die „schlechten“ Seiten der Frau zu schildern. Sie muss ihm doch auch etwas geben, das den Mann gegen alle inneren Widerstände an ihr festhalten lässt.
Bevor es untergeht: Ein ausgespochenes Lob für das Wagnis, die Themen BDSM/toxische Beziehung/Grenzen des Doms zu einer Geschichte zu verbinden. Dass Du das Ende offen lässt, gefällt mir gut, weil das Bangen, dass einen beim Lesen mitnimmt, so bestehen bleibt.
Dass in meinen Augen die Ausführung demgegenüber abfällt, ist reine Geschmacksache.
Wie so oft sehen andere das anders
Wölfin
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