Mir gefällt die unaufgeregte Stille, die in der Geschichte herrscht. Die Erzählweise trägt die Besonnenheit und Unaufgeregtheit diesen Teils der japanischen Kultur in die Geschichte. Trotzdem ist die Erzählung voller Spannung. So empfinde ich es. Kultiviertheit und gegenseitiger Respekt heben Sinnlichkeit und Lust auf eine ganz neue Ebene.
Interessant wird das Ganze für mich dadurch, dass für die Erzählerperspektive ein literarisches Ich gewählt wurde, das der Autorin im Leben offenbar bekannt ist und dass sie dies dem Leser auch mitteilt. Durch diese Blickweise wird das Ganze noch einen Tick reizvoller.
Eine schöne Geschichte über das, was Menschen verbindet, wenn sie Besonderes geteilt haben.
»Zen und die Kunst, neun Bilder auszuwählen«
von Noras Marie
Auf die Wand hatte Hiroshi ein großes Laken gespannt, an das die Bilder, die Marie nun auswählte, neun an der Zahl, gepinnt werden sollten. Genau so, wie sie dann im Zimmer ihrer Herrin aufgehängt werden sollten. Als Geschenk ihrer Dorei, ihrer Sklavin. Eine Geschichte vom Einatmen und Ausatmen.
Die Bondage-Geschichte lesen: »Zen und die Kunst, neun Bilder auszuwählen« von Noras Marie