Liebe Devana, guten Morgen,
danke für diese Zeilen. Worte die mir ein bisschen aus der Seele sprechen, selbst wenn ich das Thema etwas kritisch betrachte. Die Frage, die Du als Überschrift gewählt hast, könnte ich mir genau so stellen wie Du. Meine Antwort fiele ähnlich aus. Auch ich gehöre zu denen, die gern schreiben und lesen. Auf der einen Seite will ich das. Um mich auszudrücken, um zu kommunizieren. Auch um Anderen meine Meinung mitzugeben, so wie ich es auch hier auf den Schattenzeilen tue. Auf der anderen Seite muss ich das, ist es unabdingbarer Bestandteil meines Jobs.
Mit Sorge betrachte ich dennoch, was gegenwärtig mit Sprache, mit dem gesprochenen, geschriebenen, gelesenen Wort geschieht. Wie sie sich verändert, verstümmelt, verfremdsprachlicht wird. Bekomme ich heute Nachrichten meiner Kinder über WhatsApp (SMS (?), ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich die letzte geschrieben habe...) habe ich oft Mühe, überhaupt zu verstehen, um was es geht. In dem Fall ist mir dann das gesprochene Wort wirklich lieber. Auch weil es das Nachfragen einfacher macht.
Noch kritischer sehe ich die Entwicklung im schulischen Bereich. Das immer weniger Lesen, das immer weniger Schreiben, die teilweise Abschaffung der Schreibschrift. Den Kindern von heute wird schreiben deutlich schwerer fallen als uns, vielleicht sogar schwerer gemacht.
Das wir einen der grössten Buchmärkte der Welt haben freut mich immer wieder. Gern nehme ich Bücher zur Hand, schmökere. In der Beziehung bin ich sogar ein Klassiker, ich mag elektronische Bücher nicht, will sie fühlen, riechen, halten. Will umblättern, Papier spüren.
Schreiben trägt für mich auch zur Entspannung bei. Zeilen zu Papier bringen, sie möglichst Andere lesen zu lassen, ist für mich eine Freude. Daher habe ich auch das Ende der Reizworte hier auf den Schattenzeilen besonders bedauert. Sie boten auf einer Literaturplattform wie dieser eine gute Möglichkeit zu schreiben, sich quasi auszutoben. Waren ein bisschen ein Selbstläufer.
Nun bin auch ich mal gespannt, ob es weitere Meinungen in diesem Blog gibt. Ich kann nur eines sagen (richtigerweise in die Tastatur klappern...), wir gehören keiner aussterbenden Gattung an.
In diesem Sinne,
MeisterY
»Gehöre ich einer aussterbenden Gattung an?«
von Devana
Beim Sprechen bleibe ich manchmal stumm, beim Schreiben fließen die Worte aus mir heraus. Ich bin ein Schriftmensch. Gehöre ich damit einer aussterbenden Gattung an?
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