Er hat sich entschieden - für das Halsband, für seine Lehrerin, für seine Ausbildung und für all das Geheimnisvolle, was dieser Entscheidung anhängt. In einem ersten Test lotet sie seine Grenzen aus, nicht mit Mathematik, sondern mit Handschellen und Peitsche.
Diese eigentlich irreale Situation kann wahrscheinlich kein Mensch wirklich einordnen. Ich hätte sie als Tagtraum abtun können, wäre da nicht das tägliche Wiedersehen mit Frau Maranova gewesen und die Forderung nach einer endgültigen Entscheidung. Am darauf folgenden Montag in der Schule verhielt sie sich neutral und streng wie immer, vermerkte aber wohlwollend, dass meine Hausaufgaben perfekt seien. Am schwierigsten war es wohl für mich, mir einzugestehen, dass mir dieser Nachmittag bei Frau Maranova gefallen hatte. Ich sollte derjenige sein, den sie für dieses Jahr erwählt hatte. Seit dieser Aussage betrachtete ich ältere Mitschüler mit ganz spezieller Neugier, wer waren die Erwählten vergangener Jahre. Die Erinnerung an den erotischen Geruch von Frau Maranova ging mir nicht mehr aus der Nase. Und ich wusste nicht, warum eine eigentümliche Sehnsucht mich ergriffen hatte, wie ein Hund zu Frau Maranovas gestiefelten Beinen sitzen zu wollen. Aber was sie verlangte, klang gefährlich für mich und mein Selbstbild. So zögerte ich die Entscheidung von Tag zu Tag hinaus.
Der Mittwoch war gekommen, ich war weiterhin hin und her gerissen und es war mein Geburtstag. Niemand wusste davon. Sicherlich wäre es eine gute Gelegenheit gewesen, eine Party zu organisieren, um die Klassenkameraden näher kennen zu lernen und den Status des Neulings etwas abzulegen. Aber danach muss einem der Sinn stehen, und mir stand er nicht danach.
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Wie soll man sich auf Mathematikaufgaben konzentrieren, wenn nebenher die Absätze hochhackiger Stiefel klicken, in denen auch noch eine attraktive Frau steckt? Und was, wenn man seine Lehrerin unerwartet als Domina kennenlernt?
Strafarbeit (Teile 2 und 3)
Er hat sich entschieden - für das Halsband, für seine Lehrerin, für seine Ausbildung und für all das Geheimnisvolle, was dieser Entscheidung anhängt. In einem ersten Test lotet sie seine Grenzen aus, nicht mit Mathematik, sondern mit Handschellen und Peitsche.
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Und dieser Satz: „Ich werde keinem Wesen erlauben, mich zu benutzen oder zu missbrauchen.“ Erziehungsziele: Würde, Selbstbewusstsein, Vertrauen und Können. In einem „exklusiven Verhältnis“ vermittelt. Per aspera ad astra auf erotisch.
Meine Anerkennung wäre grenzenlos, wäre da nicht der Realitätsbezug des pädagogischen Eros zu Vorkommnissen in Eliteschulen (Regensburg, Salem, ..). Aber Fiktion ist Fiktion und der Kerl scheint alt genug (?).
Der Text enthält eine Reihe toller Einfälle: die Initiation (das Markieren), der Biss, das Rudel über Generationen hinweg … ein bisschen Vampir-Genre? Die Motive sind stimmig verwoben: Das Geburtstagsgeschenk, die Bildergalerie und vieles mehr. Alles mit Stil. Und die theoretische Ansprache der Lehrerin hat Substanz.
Noch rätsele ich, wie es sprachlich gelungen ist, diese Frau so plastisch darzustellen. Auch die dünnste Sub-Saite noch muss beim Lesen dieses Textes mitschwingen.
Ich glaub', das war mein erster Mehr-Teiler, den ich auf Schattenzeilen gelesen habe. Und da hab ich ja ein Glück gehabt, zufällig auf dieses Stück hier zu stoßen.
13.02.2025 um 05:25 Uhr
Ich mag es irgendwie dieses Wolf, Wolfrudel.
Es klingt nach einer besonderen Verbindung was die beiden da beginnen.
Führung, geführt werden, fallen lassen, los lassen. Vertrauen.
Ich beneide ihn so.
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