Eine karrieregierige junge Frau wird von einem Fremden über ihre eigenen Grenzen geschoben - weil es ihrer Natur entspricht. Eben jener Natur, die sie selbst ganz anders wahrnimmt.
Außerhalb des Cafés sank der Schnee leise und beständig herab, wie Wasser, das auf kleiner Flamme köchelt, und das Fallen des Schnees verriet nichts über die Stürme in den Höhen, aus denen er kam. Auch unter dem makellos aufgetragenen Makeup einer Frau im Café bewegten sich Absichten und Gedanken. Wortlos an ihrem Martini nippend beobachtete sie die Anwesenden. Die Frau namens Sylvie verstand – theoretisch – viel von Menschen. Nachdem sie im Versuchslabor ihrer Kindheit die Kleinstadt ihrer Eltern hervorragend analysiert hatte, ihr mit den einfachen Lebensvorstellungen der anderen langweilig wurde wie das Warten auf das Ende eines längst vorhersehbaren Satzes, gestattete ihr die Schulleitung den Besuch der letzten drei Klassen eines Gymnasiums der Stadt B. Auch dort funkelte sie heraus, die längst den unschuldigen Stil eines Kleinstadtmädchens als Waffe einzusetzen gelernt hatte, unter den zahllosen Minderbegabten.
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Den Kleinstadtschuhen entwachsen, strandet Sylvie in der Großstadt und verfällt dem Kokain. Fallender Schnee löst ein Flashback aus, der im Geiste eine wilde Orgie entfacht. Sylvie versteht »theoretisch« viel von Menschen; offenbar gerade so viel Gewitztheit, dass sie anschaffen zu gehen weiß? Schnee fällt schließlich nicht gratis vom Himmel. Aber heute braucht sie zur Abwechslung nur etwas Sex.
Ich fühle mich an Auftritte von Konstantin Wecker erinnert, als er auf dem Höhepunkt seiner Sucht bei Auftritten Fremdschämen auslöste. Koks bläht das Ego gigantisch auf, oder lässt es im kalten Zustand auch mal abstürzen. Wintereinbruch. Der Titel der Geschichte ist ein nettes Wortspiel.
Schnee von gestern. Sylvies Ziele sind die alten ihrer Herkunft geblieben: Haus und Ehemann. Sie wüsste sich das zu organisieren, muss aber mit einem ONS vorliebnehmen.
Die Geschichte ist interessant verpackt; das Machtthema als Begleiterscheinung von seiner scheiternden Seite beleuchtet.
Ist mir sprachlich zu sehr hochgedrechselt - sozusagen "kaleidoskopischer Sprachgebrauch" - im Vergleich zu einem für mich kaum nachvollziehbaren Inhalt der Geschichte
Beim ersten Lesen ein bisschen wirr und fiktiv, beim zweiten Lesen dann, doch fesselnd und so ganz anders. Eine Geschichte, die sich wirklich von den meisten hier abhebt. Die sich aber schon deswegen zu lesen lohnt.
Anders, einfach anders, aber auch abstrakt, unheimlich, wirr und irreal geschrieben,! Ich mochte dieses fast schon gruselige und geniale Gedankenspiel!
Im ersten Teil wirken die etwas derberen Ausdrücke im Gebilde der übrigen Sprache wie ein antikes Möbelstück in einer Einrichtung aus Chrom und Leder, für mich nur scheinbar unpassend. In jedem Fall ein Hinweis, dass ich in etwas Anderes, etwas Besonderes eintauche, während ich lese. Und so anders die Geschichte ist, so gut gefällt sie mir; wirklich etwas ganz Besonderes.
27.07.2022 um 00:25 Uhr
Den Kleinstadtschuhen entwachsen, strandet Sylvie in der Großstadt und verfällt dem Kokain. Fallender Schnee löst ein Flashback aus, der im Geiste eine wilde Orgie entfacht. Sylvie versteht »theoretisch« viel von Menschen; offenbar gerade so viel Gewitztheit, dass sie anschaffen zu gehen weiß? Schnee fällt schließlich nicht gratis vom Himmel. Aber heute braucht sie zur Abwechslung nur etwas Sex.
Ich fühle mich an Auftritte von Konstantin Wecker erinnert, als er auf dem Höhepunkt seiner Sucht bei Auftritten Fremdschämen auslöste. Koks bläht das Ego gigantisch auf, oder lässt es im kalten Zustand auch mal abstürzen. Wintereinbruch. Der Titel der Geschichte ist ein nettes Wortspiel.
Schnee von gestern. Sylvies Ziele sind die alten ihrer Herkunft geblieben: Haus und Ehemann. Sie wüsste sich das zu organisieren, muss aber mit einem ONS vorliebnehmen.
Die Geschichte ist interessant verpackt; das Machtthema als Begleiterscheinung von seiner scheiternden Seite beleuchtet.
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