Sie sind unterwegs zu Grauen Riesen, um dort im Wald Fotos zu machen. Sie glaubt ihm nicht, dass es sie gibt, denn, hey, Elefanten in deutschen Wäldern, davon wüsste sie doch.
Info: Veröffentlicht am 01.02.2010 in der Rubrik BDSM.
Urheberrecht: Veröffentlichung, Vervielfältigung oder Verwendung sind nicht erlaubt. Mehr.
Bild: Schattenzeilen, Midjourney
Als wir durch die noch schlafende Stadt fahren, genieße ich deinen Anblick. Diese Spur Trotz in den Mundwinkeln, dein Blick, der nur nach vorn auf die Straße geht. Und wie kurz du meine Fragen beantwortest, fast tonlos ist deine Stimme dabei. Ich weiß, am liebsten würdest du schweigen. Du hast Angst, dass du vorschnell antworten und dabei etwas falsches sagen könntest. Deine Lippen sind für vieles gemacht, aber nicht dafür, Widerworte zurück zu halten. Und in deinem Köpfchen seien davon viel zu viele, hast du mir erklärt, da kannten wir uns erst eine Woche. Du wüsstest nicht, wie die da überhaupt hinkämen. Die wären da, von Anfang schon, schon in Kindertagen. Ich könnte deine Mutter fragen, dein erstes Wort wäre nicht Mama gewesen oder Papa, sondern Will nicht. Und weil das so wäre, wärst du ja eigentlich gar nicht Schuld, wenn Widerworte aus dir heraussprudeln. Das wäre quasi ein Naturereignis, wie ein Brunnen, eine Quelle. Und als solches hätte ich das doch hinzunehmen, also, äh, du würdest es großartig finden, wenn ich das alles ein wenig entspannter sehen würde, also manchmal wenigstens. Nach dieser wortreichen Erklärung hat es mich um so mehr gefreut, als du von dir aus die Regel ins Gespräch brachtest, dass du mir nicht widersprechen dürftest, es sei denn, ich wäre mit dem, was ich gesagt habe, im Unrecht, oder ich würde es dir ausdrücklich gestatten.
Du erhältst kostenlos Zugriff auf BDSM-Geschichten, Hörtexte und Podcasts. Du kannst im Forum und im Chat andere Mitglieder kennenlernen. Und wir bieten dir viele weitere Vorteile.
Eine Geschichte, die ich einfach wunderbar erzählt fand. Ja, so ist das, wenn man interpretiert, anstatt genau zuzuhören. Wenn man meint, etwas genauer (ich mag das Wort "besser" in dem Zusammenhang nicht) zu wissen. Auch ich bin jemand, der oft und gern durch Wälder streift. Wälder, von denen es hier viele gibt. Zwar ohne graue Riesen, dafür aber mit vielen, einzigartigen Felsformationen, die besonders in der Dämmerung ihren besonderen Reiz haben, manchmal mystische Orte sind.
Auch eine Geschichte, die wunderbar erzählt, wie geschickt er versteht, mit Widerworten umzugehen. Etwas, was ich in Erinnerung an eine persönliche Begebenheit von gestern, mit Schmunzeln lesen konnte.
Ich bin mir sicher, dass die grauen Riesen sanft zu ihr waren, dass das Fotoshooting erfolgreich war.
Danke für stimmungsvolle Bilder, für eine wundervolle Geschichte am Beginn eines hoffentlich schönen Tages.
Abgesehen von der gemeinen Folter, morgens ums fünf Uhr aufzustehen und sich einen nebeligen Waldweg lang zuquälen eine sehr anregende und tiefsinnige Geschichte. Ich glaube es ist normal, wenn einer in Rätseln spricht, dass man dann Dinge hinein interpretiert die so nicht gemeint sind. Ich fand es auch klasse, neben Deiner Beschreibung ein wirkliches Bild der grauen Riesen zu finden, zwar finde ich, dass viele Bilder, die durchs Lesen entstehen schöner sind als reale Bilder, aber in diesem Fall war es schön.
Danke für diese Geschichte über zuschnelle Gedanken und Worte.
04.03.2016 um 10:13 Uhr
Es war sehr bildlich erzählt. Es zeigt mal wieder das die deutsche Sprache sehr vielseitig und doppeldeutig ist...lächelt
Zu diesem Beitrag im Forum.