Silvi fällt es nicht leicht, sich in ihr neues Leben nach der Entlassung hineinzufinden. Die Neigungen dieses Mannes erscheinen zunächst seltsam, aber in überraschender Weise tragen sie ein Stück des vertrauten Gefühls der vergangenen Jahre in sich. Eine seltsame Faszination ergreift sie. Beschützt. Behütet. Nur irgendwie auf andere Weise.
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Erkenntnisse
Sie trägt das Kleid, das ich ihr besorgt habe. Auch das Korsett. Sie muss eine echte Frühaufsteherin sein, wenn sie um diese Zeit bereits fertig angezogen ist. Der Kaffee duftet köstlich. Der Tisch auf der Terrasse ist schön gedeckt. Die Zeitung liegt ordentlich gefaltet vor mir. Es ist nicht eben die richtige Temperatur für Essen im Freien, aber trotzdem hat sie meinem Wunsch entsprechend alles so hergerichtet. Sie bleibt neben dem Tisch stehen und wartet. Schweigend. Seit ich sie morgens in der Zelle gefunden habe, hat sich etwas verändert. Wir sind noch nicht lange genug zusammen, um es vollständig beurteilen zu können.
Mein Erstaunen war kaum zu überbieten, als ich sie endlich gefunden hatte. Seelenruhig lag sie auf der Pritsche und begrüßte mich mit einem Lächeln. Sie hat dort die ganze Nacht an die Wand gefesselt zugebracht und nichts gesagt. Kein Schrei. Keine Empörung. Nur ein Lächeln. Dabei hatte ich schon befürchtet, sie wäre mitten in der Nacht einfach davon gelaufen.
Ich zeige stumm auf die Tasse und greife mir die Zeitung. Die Brötchen sind perfekt belegt. Chivas Marmelade. Sie schenkt ein und schaut weiter geradeaus. Wie aus dem Lehrbuch für „Zofenausbildung“. Soll ich sie einladen, sich zu setzen? Nein, ich glaube im Augenblick will sie eine Dienerin sein. Meine Sklavin? Ob sie schon bei dem Kapitel angekommen ist? Immerhin scheint sie mit Fesseln und der Zelle kein Problem zu haben. Alles Eigenschaften, mit denen ich nicht so schnell gerechnet habe.
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Eine Entlassung nach mehrjähriger Haft ist nicht so einfach, wie man es sich vorstellt. Denn Freiheit kann auch bedrohlich wirken. Gerade dann, wenn man am Tor erwartet wird von einem Mann, den man gar nicht richtig kennt. Und der Vorlieben hat, vor denen man im Knast gewarnt worden ist. Wie findet man Frieden, wenn man das gewohnte Umfeld verlassen hat?
Zwanghaft (Teil 2)
Silvi fällt es nicht leicht, sich in ihr neues Leben nach der Entlassung hineinzufinden. Die Neigungen dieses Mannes erscheinen zunächst seltsam, aber in überraschender Weise tragen sie ein Stück des vertrauten Gefühls der vergangenen Jahre in sich. Eine seltsame Faszination ergreift sie. Beschützt. Behütet. Nur irgendwie auf andere Weise.
Noch immer fällt es Silvi nicht leicht, wirklich frei zu sein. Tag für Tag wächst sie in das neue Leben hinein und fühlt sich am Ende wohl. Trotz Fesseln, Schweiß und eingesperrt sein. Sie hat wieder eine Aufgabe, eine Zukunft, eine Liebe. Silvi findet wieder ein Leben. Vorerst.
Es wäre zu schön gewesen: Ein schwieriger, aber gelungener Start in ein neues Leben nach der Entlassung aus der Haft. Doch es dauert nicht lange, bis Silvi die Schatten der Vergangenheit spürt. Ihre Hingabe als Sklavin, die Liebe zu ihrem Herrn und alles, was sie in den letzten Wochen für sich gewonnen hat, scheinen ihr wieder aus den Händen zu gleiten.
Deine Meinung
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Ich fand es gelungen das Du aus beiden Personen erzählt hast.
Das macht es so spannend.
Ich mag die Entwicklung von Silvi. Wie Sie sich entwickelt und auch die festen Abläufe im Alltag genießt. Feste Strukturen und der Halt durch feste Rituale bedeuten mir als devoter Mensch sehr viel.
Einfach toll wie Thomas damit umgeht. Wie er mit viel Verständnis und Hingabe, Vertrauen schafft.
Wie er durch kleine Schritte im Leben von Silvia eine Veränderung hervor bringt.
ich beneide Dich um diese Souveränität in Sub-Sprech zu kommentieren. Und ich schwelge, weil ich den Satz mit dem Gestehen so gern in Verhörspielen vernehme. Andererseits höre ich ihn auch wieder nicht so gern, weil ich ja lieber habe, wenn das Verhör ein wenig länger dauert und ich mich gezwungen sehe, andere Saiten aufzuziehen.
Wenn ich dommig kommentiere, schreibe ich so:
"Ohne Zweifel ..."
"Wer mir widerspricht, hat nicht richtig gelesen, ..."
"Jetzt sperrt mal die Ohren auf, ..."
oder so ähnlich.
Ich beneide auch Mirador, weil er so eine sprühende Erzählphantasie hat. Ich müsste mich zügeln, um mich darin nicht zu verheddern und brauch es schlichter. Es ist schade, dass er nicht mehr schreibt (glaube ich). Die Ideen fliegen ihm nur so zu. Oder er sammelt vor dem Schreiben jahrelang. Eins von beidem. Wahrscheinlich die erste Variante.
Und dann ist da noch die Frage mit dem Realismus, oder der Glaubwürdigkeit. Im Bereich der Fantasy gehört zum Deal zwischen Autor und Leser, dass auch das Unwahrscheinliche glaubwürdig ist. Ich persönlich finde Fantasy-Settings im Bereich der Erotik zu künstlich und sie degradieren sich schnell zur Gebrauchsliteratur.
Mirador mixt dann noch ganz reales, soziales Milieu hinein, was das mit der Fantasy dann doch wieder Lügen straft.
Ich muss gestehen, dass mich die Zeilen wirklich in ihren Bann ziehen. Nicht nur weil ich die Erzählweise aus beiden Blickwinkel klasse finde. Nein, auch weil ich die Geschichte wirklich spannend finde. Wobei mich so ein klitzekleines ungutes Gefühl mehr und mehr beschleicht.
Ihre Entwicklung jedenfalls gefällt mir ebenso gut, wie seine klugen, besonnenen Reaktionen. Definitiv bin ich gespannt, wie es weiter geht, will ich wissen, wie er mit ihr umgeht und ob sie es schafft, ihre Psychose hinter sich zu lassen.
Danke für klasse geschriebene Zeilen, bei denen es mich Überwindung kostet, nicht sofort weiterzulesen.
02.02.2025 um 08:00 Uhr
Auch der zweite Teil ist super.
Ich fand es gelungen das Du aus beiden Personen erzählt hast.
Das macht es so spannend.
Ich mag die Entwicklung von Silvi. Wie Sie sich entwickelt und auch die festen Abläufe im Alltag genießt. Feste Strukturen und der Halt durch feste Rituale bedeuten mir als devoter Mensch sehr viel.
Einfach toll wie Thomas damit umgeht. Wie er mit viel Verständnis und Hingabe, Vertrauen schafft.
Wie er durch kleine Schritte im Leben von Silvia eine Veränderung hervor bringt.
Sie positiv beeinflusst.
Das mag ich so sehr .
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