Das Haar nach oben gesteckt und nichts außer einer weißen Spitzenschürze zierte ihren Körper. Dabei kniete sie neben seinem Stuhl und hielt ihren Blick brav und devot hinab gerichtet. Seit fünf Tagen war sie nun bei ihm, aber außer still in ihrer Ecke zu stehen, tat sie nichts! Das musste sich ändern. Genauso wie seine Schreibblockade.
Info: Veröffentlicht am 26.07.2013 in der Rubrik BDSM.
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Bild: Schattenzeilen, Midjourney
Da stand sie nun, die Muse, und blickte auf ihn. Während er an seiner Schreibmaschine saß und in regelmäßigen Abständen einen nur halb beschriebenen Papierbogen herauszog, ihn zerknüllte und Richtung des Papierkorbes warf, seufzte sie traurig im Stillen. Viel Inspiration hatte sie ihm bislang nicht beschert. Der halb volle Papierkorb und die zerknüllten Seiten, die zudem um ihn herum lagen, sprachen die deutliche Botschaft aus. Ihr Blick glitt zurück zu ihm. Er spannte gerade eine neue Seite in seine Schreibmaschine. Ein schon älteres Modell. Nur durch sie, so war er der festen Überzeugung, hatte er sich schon vor Jahren als Autor einen Namen machen können. Seine Geschichten, der Zeit angepasst, auf einem Computer zu schreiben, lehnte er darum weiterhin strikt ab. Aber auch seine Schreibmaschine schien ihm nicht wie für gewöhnlich mit der üblichen Inspiration zu beflügeln.
Warum bist du überhaupt hier? Nein, er sprach es nicht aus. Und doch fühlte die Muse, wie die Anklage im Raum nachhallte. Sie musste sich etwas einfallen lassen. Aber was? Ihr Blick glitt wieder herum und blieb an einem Still-Leben an der Wand haften. Ein wieder lebhafteres Funkeln in ihren Augen sowie ein zuversichtliches Lächeln vertrieben den Trübsal aus ihrem Gesicht. Noch einmal sah sie zu ihm. Dann verließ sie leise und unauffällig den Raum.
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eine schöne Idee, diese fleischgewordene muse in den schreibprozess einzubauen. gern hätte frau als leserin etwas mehr zu dieser dabei entsehenden geschichte erfahren, wie leicht hätten sich hier die ebenen verschränken können. so bleibt die erinnerung vor allem an dem inflationär gebrauchten begriff "muse" hängen.
Eine interessante Idee und die anfängliche Stille zwischen den Beiden weckt die Neugier wie sich das Zusammenspiel der Beiden entwickelt. Auf jeden Fall eine gelungene Komposition von Essen und Leidenschaft, wobei der Protagonist insgesamt eher trocken rüberkommt und ich vermute, dass es sicher interessantere Auftraggeber für sie gibt. Aber sehr schön in Worte gekleidet. Sehr gern gelesen.
Mit großem Vergnügen habe ich diese Geschichte gelesen und dabei nicht nur Hunger auf Limettenschnitzel bekommen. Welch wunderbare Einfälle hat diese Muse, sie sind nicht nur für den Schreiber anregend, auch für den Leser.
Was für eine Muse! Wunderschön erzählt, wie sie es schafft, ihn zu inspirieren. Wunderschön erzählt, wie er mit ihr spielt und sich so ganz nebenbei, die nötigen Anregungen holt. Schade, dass für das Desert mein Kopfkino herhalten musste. Ich würde mich freuen, wenn er ein neues Buch schreiben würde und sie ihm dabei wieder als Muse dient.
10.08.2023 um 14:18 Uhr
Naja.
Leider ist es nicht ganz so einfach, das Schreiben.
Das Männer-manipulieren schon, das kennen wir ja eh.
Gerne hätte ich jedoch mehr über die Muse erfahren.
Oder wenigstens die Nummer der Agentur...
Trotzdem: Danke schön für den netten Tagtraum
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