Unsere Zeit ist zu kurz, um sie mit Eventualitäten und Gedankenspielen zu vergeuden. Du hast Angst, mich alleine zu lassen. Sagtest du. Und dann bittest du mich, keine Angst zu haben. Wie kann ich denn nur?
Info: Veröffentlicht am 13.05.2023 in der Rubrik BDSM.
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Bild: Schattenzeilen, Dall-E
Kalt fühlt sich das Leder unter meiner Hand an, während ich gedankenverloren über den von dir gebauten Bock, fast zärtlich, streiche. Mein Blick geht durch das Fenster hinaus und bleibt an den Regentropfen, die Rinnsale bilden, hängen. Wie gerne würde ich in solchen Rinnsalen gerade meinen Tränen freien Lauf lassen. Meinen Gefühlen Raum geben und sie einfach geschehen lassen. Was mich davon abhält? Die Angst, in einem Meer von Tränen zu versinken. Tränen, die die in mir lauernde Angst um dich dann loslassen würde. Ich habe keine Zeit, nein, nicht keine Zeit, sondern eher keine Kraft, mich aus dem dann tiefen See wieder ans Ufer zu retten. Und du bist nicht da, um die Tränen, die ich sonst nur in deinen Armen loslassen kann, zärtlich wegzuküssen. Meine Augen lösen sich vom Fenster und wandern zu unserem Ehebett. Schon seit Tagen kannst du dort nicht an meiner Seite liegen und mit deinem starken Arm mir Halt und Kraft geben. Nun muss ich dir Kraft geben. Woher ich sie gerade nehme, weiß ich nicht so genau. Unsere Familie und Freunde sagen, es ist gut zu wissen, dass du mit mir eine so starke Frau an deiner Seite hast. Dass sie mich bewundern, wie ich das alles meistere und wegstecke. Dass sie nicht verstehen, dass ich immer noch lachen kann. Meine ungeweinten Tränen sehen sie nicht.
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Und die letzte Frage hätte ich mit einem "Ja" beantwortet, so wie ich auch die Frage, ob ich die Seine sein will, einst mit einem "Ja" beantwortet habe. Wen man liebt, sollte man in Liebe gehen lassen.
all, die mir hier so aufmunternd geschrieben haben, einfach DANKE!
Ja, eine Bewertung dieses Textes ist wirklich nicht einfach.
Denn es ist eben keine Geschichte und sind keine erfundenen Protagonisten.
Die Schattenzeilen sind für mich ein Stück Heimat. Hier darf ich genau die sein, die ich bin. In einem geschützten, aber doch öffentlichen Raum. Hier darf ich auch Gefühle zeigen, die ich nicht unbedingt anderen um mich herum zeigen würde, bzw. nur ganz ganz wenigen freiwillig zeige.
Ich danke den Schattenzeilen, dass ich diesen Moment hier veröffentlichen durfte.
Mein Herr kämpft noch immer, aber heute voller Hoffnung. Nicht so, wie damals zu Beginn...kurz nach der Diagnose.
Wir haben aber mittlerweile beide erkannt, dass es Wichtigeres im Leben gibt, als Hetze, Arbeit und ein "immer da sein für andere".
Heute sind wir achtsamer mit uns.
Und wir haben uns auch fest vorgenommen, dies auch nach dem Kampf zu bleiben.
Für alle guten Wünsche und Worte der Hoffnung hier und auch auf anderen Wegen, die mich von Mitgliedern der Schattenzeilen erreicht haben, danken mein Herr und ich jedem Einzelnen von Herzen.
Gedankensplitter - zutreffender konnte der Beitrag nicht bezeichnet werden. Sehr persönliche Notizen zu einer sehr persönlichen (Lebens- und Schicksals-) Situation. Einer Bewertung nicht zugänglich. Nur des Respekts. Verbunden mit den besten Wünschen - an und für Euch beide. Vielleicht noch eins: Vergesst über alles nicht die Hoffnung.
Wann immer sich "wieder einspielt" wird, jeder dieser Momente darf genossen werden. Als Geschichte auf diesem Portal aufgefangen wird für mein Empfinden auch eine Leidenschaft beschrieben, die in einer ganz besonderen Weise verbindet.
09.08.2024 um 20:36 Uhr
Was ein Trigger! Für mich.
Und die letzte Frage hätte ich mit einem "Ja" beantwortet, so wie ich auch die Frage, ob ich die Seine sein will, einst mit einem "Ja" beantwortet habe. Wen man liebt, sollte man in Liebe gehen lassen.
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