Wie wird es in der Zukunft weitergehen mit der Akzeptanz von BDSM in der Gesellschaft? Was ist, wenn das Besondere plötzlich das Normale ist? Oder umgekehrt? Eine nicht ganz ernst gemeinte Betrachtung - oder doch ganz ernst?
Info: Veröffentlicht am 16.04.2007 in der Rubrik ScienceFiction.
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Gedankenvoll blickte sie auf die Zeilen, die sie per Voicetext verfasst hatte. Ihr Herz hämmerte bei dem Gedanken, wie er wohl darüber denken würde. Sollte sie sie wirklich absenden? Ein Tastendruck und es war nicht mehr rückgängig zu machen. So viel hing davon ab. Sie hatte Angst und wusste doch gleichzeitig, dass es kein Zurück gab. Leise las sie sich den Text noch einmal vor:
[i]Geliebtes Mausezähnchen,
ja, so nenne ich Dich in Gedanken immer. Ich weiß, dass ich mit diesem Brief viel wage, denn ich lege Dir meine innersten Gedanken und Gefühle dar. Ich gehe das Risiko ein, von Dir verachtet zu werden oder noch Schlimmeres. Denn ich weiß nicht wirklich, wie Du damit umgehen wirst, wenn Du hörst, von was ich träume und wonach ich mich sehne. Ich bitte Dich, diese Zeilen zu Ende zu lesen, sie auf Dich wirken zu lassen und mich nicht gleich im ersten Entsetzen zu verurteilen. Ich habe lange überlegt, ob ich Dir schreiben soll. In den letzten Tagen und Wochen sind wir uns nun so nah gekommen und doch weißt Du so vieles noch nicht von mir. Ich habe Angst, Dich zu verlieren und gleichzeitig weiß ich, dass es ohne diesen Schritt kein „Weiter“ geben wird.
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Köstlich dieser Blickwinkel und ich muss zugeben, dass mich diese Zeilen wirklich amüsiert haben.
Eines haben sie aber auch erreicht, mich ein bisschen nachdenklich gemacht. Nachdenklich darüber, wie schnell man in Schubladendenken verfallen, Klischees bedienen kann.
Danke für diese wunderschönen Zeilen. Jetzt einen kleinen Moment noch, ja doch: "absenden..."
Eine sehr schöne Geschichte, die mich erst zum Lachen, dann zum Nachdenken bewegt hat. Es wirft für mich immer wieder eine Frage auf: Wer definiert denn eigentlich "normal"?
liebe kitty, wieder einmal habe ich diesen herrlichen Text gelesen, mich amüsiert und still nachdenklich gelächelt. Und wieder einmal habe ich mich gefragt
hat SIE denn ihr Leben leben dürfen? Hat ER sie so angenommen, wie sie ist?
Ich krieg das Grinsen grad gar nicht aus dem Gesicht und sehe dennoch die Ernsthaftigkeit hinter den heiter daherkommenden Zeilen.
Auch ich würde mir für mich (und ein für eine bessere Welt) wünschen, dass wir im Gegenüber zunächst einmal einen Menschen sehen, unabhängig von seinen Neigungen, solange er durch deren Ausleben nicht Grenzen anderer Menschen verletzt. Dazu ermuntert Dein Text, ohne dabei den Zeigefinger zu erheben. Und ist nicht jeder, der nicht 24/7 lebt, immer auch ein Vanillekipferl? Es gibt Tage, in denen ich einen weißen Baumwoll-BH ganz wunderbar finde, weil es Tage gibt, an denen er einfach passender ist als der aus schwarzer Spitze. Socken im Bett kann ich allerdings in gar keinem Fall was abgewinnen. In gar keinem Fall? Doch, einen gibt es, wenn ich im Winter allein drin liegen muss und kalte Füße habe, dann dürfen da auch Socken dran.
danke für diesen gut gesprochenen Text, der wirklich die Frage aufwirft, ob wir hier nicht "normaler" sind , als die "Normalen". Oder sind die "Perversen" nicht "pervers" genug?
12.11.2016 um 13:34 Uhr
Wer ist eigentlich normal? Will ich normal sein? Muss ich normal sein?...
Und wenn ja, wie will oder muss ich dann sein?
Danke für diese Geschichte!
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