Sie erinnerte sich an ihr allererstes Spiel und heiße Schauer liefen ihr dabei über den Rücken. Wie er sie fest im Nacken gepackt und sie langsam nach vorn gedrückt hatte. Eine Geste, erregender als alle Fesseln. Erregender als alle Befehle. Eine Geste, die seine Überlegenheit demonstrierte. Daran musste sie nun denken, nachdem sie die Schublade geöffnet hatte.
Info: Veröffentlicht am 18.07.2014 in der Rubrik BDSM.
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Bild: Schattenzeilen, Midjourney
Zaghaft streckte sie die Hand nach der Schublade aus. Nach ihrer Schublade. Sie wusste, was sie erwartete, und trotzdem traute sie sich nicht, sie aufzuziehen. Ihre Fingerspitzen lagen auf dem kleinen Vorsprung. Das weiße Furnier fühlte sich kühl und glatt an. Sorgfältig wischte sie ein paar kleine Staubkörner von der Kante. Tief durchatmen. Zentimeter für Zentimeter öffnete sie die Schublade. Zentimeter für Zentimeter Leere. Ganz hinten in der rechten Ecke stand der weiße Kubus, von dem sie wusste, dass er den Paarvibrator enthielt, den sie gekauft hatte. Darunter das Lederkleid. Die einzigen beiden Dinge, die sie angeschafft hatte für ihre Schublade. Die einzigen beiden, die sie bis zu diesem Tag nie benutzt hatten. Alles andere hatte er mitgebracht. Als sie sich vor fast zehn Jahren kennengelernt hatten, war sie beinahe noch eine BDSM-Jungfrau gewesen. Die Peitschen, Fesseln, Knebel, Klammern und Gerten hatte sie nur aus ihrem Kopfkino und dem Internet gekannt. Als er sie das erste Mal besuchen kam, hatte er sein Spielzeug dabei. In einer großen, harmlos aussehenden Sporttasche hatte er mitgebracht, was sie später lieben und hassen lernen sollte.
Sie erinnerte sich noch sehr gut an ihr allererstes Spiel. Draußen. Wie hatte sie sich geschämt, als er sie beim Waldspaziergang plötzlich aufforderte, sich vorzubeugen und sich an der dicken Buche vor ihr abzustützen. Sie hatte versucht, ihm das auszureden. Wenn nun jemand kam? Wenn jemand sie sah oder hörte? Lächelnd erinnerte sie sich, wie wenig ihn das gestört hatte.
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Eine sehr traurige Geschichte, die mich sehr berührt hat. Die Situation die beschrieben wurde, kenne ich gut. Den Schmerz, den man fast nicht aushalten kann, wenn ein geliebter Mensch geht.
Selten habe ich wirklich traurige Zeilen so gern gelesen. Schön beschrieben, sind hier die Momente, in denen scheinbare Leere hervorbricht, alles zu Ende scheint. Aber bestimmt ist auch dieses Ende ein Anfang, auch wenn man den Zeilen entnehmen kann, wie schmerzhaft dieses Ende war.
sehr schön beschrieben, wie der Verlust sich anfühlt. Irgendwann wird aus der Trauer und dem Schmerz dann Dankbarkeit. Für die wunderbare Zeit. Und das Leben beginnt wieder neu
19.06.2024 um 13:05 Uhr
Traurige Geschichte hat mich sehr mitgenommen.
Die Frage warum so eine tolle Beziehung zu Ende ging beschäftig mich .
Aber bin sicher es gibt gute Gründe dafür.
Gefällt mir gut die geschichte
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