Mein Beitrag zum Wettbewerb sollte weniger nachhaltig für das Kunstobjekt, dafür ständig wiederholbar, erfahrbar, erlebbar sein. Mir schwebte zeitlose Kunst zum Sehen, Hören, Dabeisein vor. Körperkunst ohne Branding und Tätowierungen, mit wenig Spuren für meinen Bottom? Ging das?
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Platz 3 im »Schreibwettbewerb: Blindflug«.
Ärgerlich empfand ich das schon, dass dem Mayerhofer der erste Preis im Wettbewerb der »Körperkunst« zuerkannt wurde. Sicher, gekonnte Brandings sind schwer zu drücken, auch hatten die feinen Striche, als Netz über den Körper gezogen, meine Achtung. Wer eine Brandnarbe wie einen Strich aussehen lassen kann, der ist schon ein Künstler. Aber ich denke, dass in der Wertung zu sehr die Unumkehrbarkeit gewürdigt wurde. Auch ehrte man die Stärke der jungen Dame im Ertragen des entstehenden Kunstwerkes. Ich weiß nicht recht, ob ich Kennzeichnungen für einen Schmarren halten soll. Trägt der Bottom Ringe und Piercings und will sie später weghaben, bleiben kleine Löcher. Tattoos bekommt man nur unzureichend wieder fort. Beim Branding verblassen die Narben nach Jahren ein wenig, doch sieht man sie, bis irgendwann einmal die Einäscherung ansteht.
Auf dem zweiten Platz stand ein Bottom, der in Fesseln daherkam. Er trug Cuffs, dazu ein Ledergeschirr und Keuschheitsgürtel. Der Mann schien mir frisch vom Bock aufgestanden, gestraft mit neuen Striemen, gepeitscht über älteren, blauen Flecken. Außergewöhnliche, realistische Tätowierung, urteilte die Jury. Ich stellte mir den Mann im Pflegeheim vor, nach Ablauf seiner guten Zeit. Aber warum soll man immer in die Zukunft schauen. Tätowierer und Kunstobjekt hatten meinen Respekt.
Mein Beitrag zum Wettbewerb dagegen sollte weniger nachhaltig für das Kunstobjekt, dafür ständig wiederholbar, erfahrbar, erlebbar sein. Ich wollte einen Film machen, ihn »Blindflug - Stahl und Natur« nennen. Im Film konnte ein Künstler Leben gefrieren, Gefühle wie in einem Käscher einfangen, nach Bedarf später vorzeigen. Mir schwebte zeitlose Kunst zum Sehen, Hören, Dabeisein vor. Körperkunst ohne Branding und Tätowierungen, mit wenig Spuren für meinen Bottom? Ging das? Ich hatte eine Idee. Die Session, die Macht lag bei mir. Mein Kunstobjekt behielt wie beim Branding die Erinnerung an den Schmerz. Und ich wollte meinem Bottom einen Blindflug schenken, festgehalten in gelungenen Aufnahmen, jederzeit abrufbar mit Klick auf Play.
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29.03.2025 um 04:45 Uhr
Hallo Hekate,
ich mag deine Art wie Du Geschichten Schreibst, dein Schreibstil.
-siehe dazu den Adventkalender.
Damit schaffst Du es oft mich mitzunehmen, zu Fesseln. Dieses mal aber muss ich sagen, war das Thema Nadeln nicht so meins.
Ich meine, ich spürte die Spannung um das Ausgeliefert zu sein. Es raubte mir kurz die Luft - aber ich konnte bei den Gedanken an Nadeln nicht mitfühlen.
Schade fand ich es, weil ich deine Texte mag und deine Art zu schreiben. Schließlich nimmst Du Dir Zeit und steckst viel Mühe in deine Texte - allein das sollte mit noch viel mehr Sternen belohnt werden.
Aber da ich nur vier Sterne vergeben kann, möchte ich dir hierfür drei geben.
Entschuldigung liebe Hekate
Gruß Thorsten
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