Ich ringe mit mir, kann mich heute nicht unterwerfen, weil ich nicht in der Stimmung dazu bin. Kein Wunder, ich bin verärgert. Und jetzt soll ich auch noch auf einem Stapel Decken auf die Knie gehen? Ich kann mir nicht vorstellen, wie das funktionieren soll. Was hast du vor?
Ist aber so. Kommt einfach mal vor. Manchmal habe ich die Nase voll. Zum Beispiel dann, wenn ich mich über dich ärgere. Wenn sich all die kleinen Dinge aufsummieren zu einem großen Klotz, den ich nicht mehr überwinden kann. Wäscheberge im Schlafzimmer. Tassen, die nicht in der Spülmaschine landen. Dreckklumpen im Flur. Eine offene Tube Gleitgel auf dem Wohnzimmertisch, obwohl Gäste kommen könnten. Der unerledigte Anruf bei einem Handwerker. All das und noch mehr.
Ich bin mal wieder so weit. Ich soll knien? Nö. Keinen Bock. Stattdessen stehe ich da mit in die Hüfte gestützten Armen, die Ellbogen bilden einen Abwehrschild. Oder eine Stichwaffe, wenn du mir nahekommst.
Da hilft auch dieser Blick nicht. Genauso wenig wie deine Stimme. Selbst dieser Tonfall prallt ab. Deine Worte verstehe ich nicht. Ich interpretiere sie anders.
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Kommentare von Leserinnen und Lesern
25979
Gelöscht.
28.11.2022 um 10:50 Uhr
Davon abgesehen, dass das gewählte Bild von Ellenbogen als Abwehrschild und Stichwaffen so nicht stimmig ist, sondern eher zu schmerzhafter Verrenkung oder gar Auskugelung führen würde, wird hier imgrunde nichts manifestiert, sondern zementiert. Ja, zementiert. Trotz der mildern sollenden Decken.
Was geschieht? Der Mann ist ein Klischee seiner Zunft. Nachlässig in den tatsächlichen und vermeintlichen Kleinigkeiten, wenn nicht gar Unbedeutigkeiten. Also die berüchtigte Socke in der Sofaecke, der nicht aufgebundene Schnürsenkel und der Gang von Wohnstube ins Schlafzimmer, ohne Mitnahme von Weinglas und Flasche in die Küche, die er ohnehin passiert, weil sein Mineralwasser für die Nacht dort holend.
Warum ist er so? Wird nicht erörtert. Es könnte die ewige bemutternde Erzeugerin sein, der ständig wegen Dienstreisen oder anderen Fremdgängen abwesende Elternteil, fehlende Erziehung oder einfach nur selbstsüchtige Rücksichtslosigkeit. Unerheblich. Was ist, das zählt! Eine Partnerin, die murrend oder auch nicht murrend ständig hinterherräumt. Wie lange eigentlich schon? Wer ist jetzt schuld? Wer kann es ändern? Wenn überhaupt möglich. Denn mit dem sich ändern tun sich die meisten Menschen schwer.
Also bleibt die geschilderte Aktion das, was sie letztendlich ist: ein Armutszeugnis. Sie hat nichts gewonnen, er nichts dazugelernt und für die Beziehung ist nichts gewonnen. Weil: es bleibt alles beim alten. Traurig! Mit anderen Worten: die Geschichte ist eine Zustandsbeschreibung. Wenn man es in großen Rahmen stellen will, sogar ein Spiegel dieser Gesellschaft. Insofern vielleicht nützlich. Aber ich bezweifle ihren positiven Effekt, also bewusste Veränderung. So wie in der Story wird sie auf der Strecke bleiben.
Viele sagen, das ganze Leben ist ein Kampf. Das sehe ich auch so. Die meisten Kämpfe braucht man nicht, will man nicht. Sie widersprechen dem eigenen Harmoniebedürfnis. In der Erotik gehört es dazu, das Ziehen, Zerren, Ringen, Kämpfen. Und in dieser Geschichte sind die Emotionen nachvollziehbar, deutlich und emotional beschrieben.
Diesen Text muss ich unbedingt durch meine Frau lesen lassen.
Ich denke, dass sie das sehr sehr gut nachvollziehen kann.
Aus männlicher Warte. Schuldig (oder besser schludrig?) im Sinne der Anklage.
Mann tut sein Bestes, aber es reicht oft nicht.
Interessante Art den Konflikt zu lösen. Wenn meine Schulter verheilt ist, könnte ich mir vorstellen das einmal zu versuchen. Bei uns würde das vermutlich in gegenseitiges Kitzeln ausarten. Das wirkt auch sehr entspannend. :)
Das Ende hat mir sehr gefallen, den Beginn fand ich eher langatmig. Spannend fand ich den unerwarteten Verlauf deiner Geschichte, ich habe ihn so nicht kommen sehen. Am Anfang hätte ich mich gefreut, mehr von ihrer Wut zu spüren, vielleicht auch ein Streitgespräch mit ihm, wo deutlich wird, wie sehr das Subi in ihr mit der Frau zu ringen beginnt. Diese Wut ihm gegenüber kenne ich nur zu gut, ich trage sie selbst oft genug in mir. Von daher konnte ich das sehr gut nachempfinden. Ich hätte mir hier einfach einen etwas härteren Konflikt gewünscht, ist die Idee zur Geschichte doch sehr gut und stimmig umgesetzt.
Großartige Schilderung eines Unterwerfungsprozesses, der in meinen Augen ziemlich außergewöhnlich ist, da er die Protagonistin genau da abholt, wo sie steht und ihr eine ganz konkrete Ausdrucksmöglichkeit verschafft, die wie eine Psychohygiene wirkt und dazu führt, dass sie ihren aufgestauten Ärger in ihrem "Ringen um Unterwerfung" nach und nach loswerden kann!
Meisterhaft geschrieben, wenig wörtliche Rede, doch die kurzen Momente erhellen wie ein Blitzlicht verschiedene Phasen ihres Unterwerfungsprozesses und machen ihn dadurch umso anschaulicher!
28.11.2022 um 10:50 Uhr
Davon abgesehen, dass das gewählte Bild von Ellenbogen als Abwehrschild und Stichwaffen so nicht stimmig ist, sondern eher zu schmerzhafter Verrenkung oder gar Auskugelung führen würde, wird hier imgrunde nichts manifestiert, sondern zementiert. Ja, zementiert. Trotz der mildern sollenden Decken.
Was geschieht? Der Mann ist ein Klischee seiner Zunft. Nachlässig in den tatsächlichen und vermeintlichen Kleinigkeiten, wenn nicht gar Unbedeutigkeiten. Also die berüchtigte Socke in der Sofaecke, der nicht aufgebundene Schnürsenkel und der Gang von Wohnstube ins Schlafzimmer, ohne Mitnahme von Weinglas und Flasche in die Küche, die er ohnehin passiert, weil sein Mineralwasser für die Nacht dort holend.
Warum ist er so? Wird nicht erörtert. Es könnte die ewige bemutternde Erzeugerin sein, der ständig wegen Dienstreisen oder anderen Fremdgängen abwesende Elternteil, fehlende Erziehung oder einfach nur selbstsüchtige Rücksichtslosigkeit. Unerheblich. Was ist, das zählt! Eine Partnerin, die murrend oder auch nicht murrend ständig hinterherräumt. Wie lange eigentlich schon? Wer ist jetzt schuld? Wer kann es ändern? Wenn überhaupt möglich. Denn mit dem sich ändern tun sich die meisten Menschen schwer.
Also bleibt die geschilderte Aktion das, was sie letztendlich ist: ein Armutszeugnis. Sie hat nichts gewonnen, er nichts dazugelernt und für die Beziehung ist nichts gewonnen. Weil: es bleibt alles beim alten. Traurig! Mit anderen Worten: die Geschichte ist eine Zustandsbeschreibung. Wenn man es in großen Rahmen stellen will, sogar ein Spiegel dieser Gesellschaft. Insofern vielleicht nützlich. Aber ich bezweifle ihren positiven Effekt, also bewusste Veränderung. So wie in der Story wird sie auf der Strecke bleiben.
3, Tendenz 4 Sterne
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