Ungeduldig ist sie und testet gerne ihre eigenen Grenzen aus. Und sie wünscht sich, dass ihr Dom dann und wann wesentlich konsequenter sei. Doch als ihr Wunsch in Erfüllung geht, kämpft sie tatsächlich mit ihrem Trotz darüber, dass er ihren Wunsch auf seine Weise verstanden hat.
"Ich wünschte mir manchmal, du wärst..." Sie schwieg und beendete den Satz nicht. "Du wünschtest, ich wäre was?" fragte er. "Konsequenter" beendete sie mir einem frechen Schmunzeln auf den Lippen den Satz. Sie wollte ihn nicht verletzen, sie spürte nur diese enorme Sehnsucht nach mehr in sich.
Sie waren am Anfang ihrer Beziehung und sie konnte sich immer noch nicht an den Gedanken gewöhnen, dass er das Tempo und die Schritte bestimmte, die sie ging. Sie war ungeduldig und testete allzu gern ihre Grenzen aus, was er mit einer himmlischen sie zum Wahnsinn treibenden Geduld ertrug, ihr dabei allerdings sanft und bestimmt die Grenzen aufzeigte. Das wollte sie allerdings manchmal einfach so nicht sehen und genoss ihre vermeintlichen, gelegentlichen Siege.
Diesmal passierte nicht das, was sie erwartet hatte. Kein Erklären, kein Gespräch über ihre Ungeduld... Er stand auf und sagte nur mit einer etwas kälteren Stimme: "Komm mit!".
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Dein Text wurde bereits 2003 auf den Schattenzeilen veröffentlicht und spiegelt die immer noch existenten, wohl fast allen bekannten Gedanken wieder, wenn der Kopf einfach nicht loslassen kann und immer und immer wieder die Kontrolle im Spiel übernimmt. Es war angenehm, wie Du den Leser an der Gedanken- und Empfindungswelt der Masochistin teilhaben lässt. Den ganzen Text über hatte man den Eindruck in ihrem Kopf zu sitzen und aus ihrer Perspektive mitzuerleben. Das einzige, was mir ein wenig fehlte, war der Spannungsbogen. Aus meiner Sicht aber trotzdem ein lesenswerter Text über die Schwierigkeit des sich Fallenlassens.
Doppeldank an nietslede, die uns hat teilhaben lassen zwischen ihrem Engelchen und Teufelchen in sich selbst.
Einige Schatten habe ja schon Ihre Gedanken zu diesem Text niederschrieben, denen ich mich auch voll und ganz anschließe.
Mir sind da aber auch einige andere Gedanken durch den Kopf gegangen.
ER - nietslede schrieb, sie waren erst am Anfang ihrer Beziehung. Ich nehme diese jetzt einfach mal als real an - egal ob Phantasie oder mehr.
Ihren Kopfkampf kenne ich - habe ihn in frühen Jahren selbst einigemale ausgefochten.
In dieser Geschichte gefällt er mir sehr gut: Er hat Ihren Wunsch - oder besser Unmut - nach mehr Konsequenz aufgegriffen. Er beobachtet - registriert selbst das kleinste Zittern.
Er testet aus, vorsichtig - wie kann ich gehen - oder besser - wie weit kann ich sie treiben. Er lässt sich Zeit - lässt ihr Zeit und vor allem, das anschließende kuscheln auf dem Sofa.
Auffangen, loben, trösten, genießen.
Genau das, versuche ich einzusetzen, wenn ich dominiere, aber ich habe es nie so bewusst getan.
Also nochmal Doppeldank an nietslede für diese anregenden Gedanken.
All das habe ich in dieser wunderbaren Geschichte gefunden.
Eine schöne, gelungene Darstellung des innren Kampfes.
Klasse dargestellt fand ich auf der einen Seite ihn, der sie konsequent führt, ihr das gibt was sie nahezu verlangte. Noch besser indes fand ich sie. Fand ich den Zwiespalt zwischen Herz und Kopf, zwischen Gefühl und Willen. Die äußerst langsam wachsende Erkenntnis, der Möglichkeit, des sich Fallenlassens, gepaart mit Gedanken, die noch nicht reif genug für den Moment sind.
Danke für diese schönen Zeilen, die ganz besondere Momente aufzeigen und zum nachdenken anregen.
Ich mag Deine Art zu schreiben, Deine Gedanken waren greifbar, immer wieder kam der Kopf dazwischen, Gedanken lenkten von den Gefühlen ab und immer wieder dieses eigene wollen da.
Danke für diese ganz berührenden und tollen Zeilen
30.01.2021 um 23:41 Uhr
Danke für diese schöne Geschichte.
Der innere Kampf von ihr ist sehr realistisch beschrieben, aber trotzdem schön zu lesen.
Obwohl sie mehr Konsequenz fordert, bleibt er doch wachsam und passt auf sie auf. Das gefällt mir.
Die Geschichte macht mich nachdenklich, aber auf eine gute Art.
Vielen Dank!
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