Sehr lange hatte sie ihn zappeln lassen, ihn zur Geduld verdammt, aber nun würde sie dafür büßen müssen. Er hatte auf diesen Abend gewartet, seit er sie zum ersten Mal gesehen hatte, und auch sie fieberte dem Feuer des bevorstehenden Spiels entgegen. Sie fühlten beide ein wenig Angst, viel Neugierde, vor allem aber eine hell flammende Erregung.
ER hatte sich wirklich viel Arbeit gemacht mit dem Raum. Aber es hatte sich auch gelohnt, denn dieser war ungewöhnlich schön geworden. Von schweren Samtvorhängen abgedunkelt, erleuchteten allein Kerzen den Raum und tauchten ihn in ein warmes Licht. Im Hintergrund leise Musik.
Da es so dunkel war, konnte sie nicht viel erkennen außer einem alten Lehnstuhl aus Holz; und waren das dort in der Ecke Ketten? Ein leichter Schauer freudiger Erwartung lief ihren Rücken herunter. Er kam aus einer dunklen Ecke auf sie zu, reichte ihr ein Glas Sekt und sie stießen an. Schweigend tranken sie beide.
Wenn man das Knistern, welches manchmal zwischen zwei Menschen zu spüren ist, in elektrischen Strom umwandeln könnte, dann hätten die beiden in diesem Moment die ganze Stadt erleuchtet...
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manche Texte fanden ihren Weg zu den Schattenzeilen, als diese noch ganz jung und klein waren, frisch geboren, sozusagen unmittelbar nach dem Urknall (Link) des schattenzeiligen Universums. Um im Kontext zu bleiben: Während der Expansion haben sich nicht alle jungen Elemente wiedergefunden und manche Dimensionen nicht aufgerollt. Darum findest Du den einen oder anderen Text, dessen Autor zwar seine Worte an uns geschickt hat, bevor man sich hier als Nutzer registrieren konnte, es später aber nie nachgeholt hat. Das ist ein wenig Nachleuchten aus der Zeit des jungen Universums. Es ist deswegen aber nicht weniger schön. Und manchmal eben auch ein besonderes Erlebnis wie in diesem Fall.
Deine Geschichte ist sprachlich gut erzählt, das ist gar keine Frage. Und mir ginge es leicht von der Hand, sie auch so zu bewerten.
Und doch habe ich eine Reihe kritischer Anmerkungen. Beurteile selbst, ob sie über bloße Geschmacksfragen hinausgehen.
Du wählst einen müden Intro: die Samtvorhänge und die Kerzen, aber man ahnt, das ist ein rhetorischer Trick, und da kommt noch was. Und tatsächlich: „Nichts ist langweiliger, als jemanden zu dominieren, der sich auch sonst alles gefallen ließ.“ Jetzt geht's los. Da treffen zwei starke Charaktere aufeinander. Leider bleibt es ein leeres Versprechen. Denn außer körperlicher Attraktivität entdecke ich nichts, was die beiden anzieht. Du legst nach: das Lied Bitch, Facettenreichtum, … Dann ist sogar vom Spiel mit dem Feuer die Rede. Als Leser bekam ich wieder Hoffnung, dass es vielleicht doch noch über eine Popo-Klatsch-Geschichte hinausgehen könnte. Und wieder legst Du nach: „Alle Codewörter, alle Zeichen waren für den Notfall abgesprochen.“ Der Höhepunkt ist, dass sich der Dom einen abwichst, und an seiner statt einen Dildo präsentiert. Einen großen (oh Schreck lass nach). So wie die ganze Sitzung irgendwie impotent bleibt. Wo sind die Stärken der Charaktere geblieben? Die sogenannte Bitch behält alles in der Hand, er imponierte allein mit anfänglich lässig-arroganter Gesprächsführung. Er kann einen Hintern versohlen, wenn sie es sich wünscht, und dass noch mit Code-Wörtern (im Plural). Ein Code-Wort hätte gereicht: Schluss mit diesem Blümchensex im Nachthemd mit Hello-Kitty-SM-Aufdruck. Der einzige Notfall, der eintritt ist der, dass der sog. Dom einen Dildo zur Hilfe nehmen muss, weil die Pferde vorher mit ihm durchgegangen sind (im wörtlichen Sinne hinter ihrem Rücken).
Momo, ich habe jetzt absichtlich übertrieben. Ich habe die Messlatte höher gelegt nach der verheißungsvollen Anlage der Geschichte: Spannung ist aufgebaut, Charaktere angelegt, Setting abgesteckt, detailreich … alles da, und dann ist mit einem Mal alles vergessen.
Ideen: Wenn seine souveräne Art noch mal zum Tragen gekommen wäre; wenn sie irgendeine Form von Widerstand verspürt oder gar geäußert hätte und die Stärken beider aufeinander getroffen wären; wenn sich das Spiel mit dem Feuer (was sich auf die Charaktere bezog) physisch niedergeschlagen hätte.
Ein wunderschönes Szenario. Detailverliebt geschrieben, romantisch, klasse. Ein aufregendes "erstes Spiel", bei dem beide Gewolltes erleben, Lust leben können. Wunderbar zu lesen, toll.
13.05.2020 um 00:59 Uhr
Atmosphärisch geschrieben. Klasse.
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