Wenn der Winter die Realität unter einer weißen, dicken Decke versteckt, verwischen die Grenzen zwischen dem, was ist, und dem, was sein könnte. Und wenn ein Rauschen den Blick zu einer Kirchturmspitze lenkt, könnte es an Schneewanderern wie jenen aus dieser Geschichte liegen.
Info: Veröffentlicht am 24.12.2014 in der Rubrik Fantasy.
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Eine weiße Decke hatte sich über die Welt gelegt und verbarg unter ihrer reinen Oberfläche die allgegenwärtigen Formen und Farben. Einigen Dingen gelang es, sich darüber zu erheben, während der Rest für einen Beobachter lediglich als grobe Umrisse erkennbar war. Selbst der Himmel schien bestrebt, das Verborgene auch weiterhin den Blicken zu entziehen. Unablässig sanken große, weiße Flocken zur Erde hinab und vergrößerten die einheitliche Pracht noch weiter. Ein Anblick, der unwillkürlich ein Gefühl der Ruhe und Stille verbreitete. Der Verkehr war unter dem dauerhaften Schneefall fast zum Erliegen gekommen. Denn wo vor kurzem noch Geschwindigkeit die oberste Direktive gewesen war, herrschte nun allein die Frage, ob man sein Ziel überhaupt erreichen würde. Die meisten Leute zogen es daher vor, zu Hause zu bleiben und die Schönheit des Wintertags aus der Wärme und Gemütlichkeit ihres eigenen Heims zu bewundern.
Auch der Friedhof war unter einer dicken Schicht Schnee versunken, und so gab es kaum Besucher. Trotzdem hatte jemand den heldenhaften Versuch unternommen, die Wege soweit frei zu räumen, dass sie begehbar blieben. Ein Versuch der leider scheiterte, und so waren lediglich die Andeutungen der breiteren Hauptwege zu erkennen. Ein Umstand, der selbst jene fern hielt, die ansonsten fast täglich ihre Bekannten oder Angehörigen besuchten. Und so lag das gesamte Areal zwischen den hohen Mauern vollkommen verlassen und still da.
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Seit Erfindung des Kinos und Fernsehens mag kaum jemand mehr Landschaftsbeschreibungen lesen, die über eineinhalb Seiten hinausgehen. Wenn Gut und Böse aufeinander treffen, haben nach den Weltgesetzen Hollywoods die Funken zu stieben. Bei Kaoru rieselt leise der Schnee, und selbst der Konflikt ist keiner, sondern dient der Lust.
Der heilende Raphael (bei Kaoru mit schwarzen! Flügeln) bringt eine gehörnte Novizin aus dem anderen Lager auf den Weg. Aber wenn er Erfolg hat, was dann, wird ihm dann nicht etwas fehlen? Und wohin dann mit ihren Stummelhörnchen. Die sind doch so süß.
Ich empfehle mal, den ersten Absatz der Geschichte laut zu lesen. Na?
Es sind nicht nur die Worte, es ist die Satzmelodie, die diese Geschichte so eingängig macht. Kaoru, Du bist ertappt, Du spielst ein Musikinstrument! Und bestimmt nicht Saxophon.
Ich hatte nicht den Eindruck von Lücken in dem Text. Es sind sinnvolle Sprünge, und lässt die Szene noch geheimnisvoller erscheinen. Schließlich geschieht alles unter Ausschluss der Öffentlichkeit, denn das Dorf schläft, und ich habe fast das Gefühl der Indiskretion als Leser.
Ein ganz klein bisschen weniger Romantik wäre nach meinem Empfinden mehr gewesen, Kaoru. So eine kleine Kratzscharte hier und dort. Aber das ist auch von der jeweiligen Stimmung beim Lesen abhängig.
Ein schöner, ruhiger Text, stimmungsvoll und mit Prickeln.
Ich muss mich mal outen, ich mag ihn, den Winter . Auch wenn wir diesen Winter, nicht wirklich viel Winter hatten. Zumindest bis heute.
Diesen mystischen Winter, der in einem wundervollem Sprachstil daherkommt, mich mitnimmt, auf diesen besonderen Friedhof, den mochte ich auch. Auch wenn ich mich dem einen oder anderen Vorredner anschließen muss, ab und an hatte ich das Gefühl, das etwas fehlt. Dennoch Kaoru, diesen Ausflug in den ersten Advent habe ich auch nach einer frühlingshaften Sturmnacht wirklich gern gelesen.
Ich finde die Geschichte richtig gut geschrieben, wie fast alles, was ich von Kaoru bisher gelesen haben. Nur mit dem Thema kann ich nichts anfangen. Ist wohl Geschmackssache.
einen ungewöhnlichen Einstieg in eine Kurzgeschichte präsentierst Du uns da! Normal ist es ja charakteristisch, direkt mitten in der Handlung zu landen. Das ist hier ganz anders, Du zeigst uns erst einmal sachte, wo sich alles abspielt.
Noch viel ungewöhnlicher, ich habe trotzdem weiter gelesen, was nicht typisch für mich ist, ich bin ein Leseflittchen, dem man erst mal ein Stück Fleisch zum Fraß vorwerfen muss, damit ich mich festbeiße und dran bleibe. Aber der erste Abschnitt, die Beschreibung der Schneelandschaft war phänomenal.
Ich hasse Landschaftsbeschreibungen, überlese sie meist, denn sie langweilen mich. Aber diese war sehr plastisch, die Umgebung hat sich vor meinem inneren Auge ausgebreitet, wie von Zauberhand.
Dann wurde es mir leider zu kitschig. So ab: "Vom Schnee umschmeichelt lag ein weibliches Wesen auf dem harten Stein der Grabplatte." Das ist aber Geschmackssache. Wenn etwas in Richtung Mystik abrutscht, hat man mich leider verloren.
Ansonsten muss ich mich Patrizier anschließen, ich hatte auch den Eindruck, zwischen den Abschnitten wäre etwas in Zaubertinte geschrieben gestanden, das ich nicht lesen kann. Es sind wirklich Löcher entstanden, die den Leser verwirren.
Fazit, ganz starker Einstieg, später leider in ein Genre gerutscht, das ich nicht leiden kann, wofür Du ja aber nichts kannst.
Irgendwie falle ich beim Lesen der Geschichte von Absatz zu Absatz immer wieder mal in ein unbekanntes Loch. Da geht mir zwischen den einzelnen Teilen der Handlungsstrang verloren und ich habe das Gefühl beim Lesen eines Buches einige Seiten überblättert zu haben. Das hat sich leider auch nach mehrmaligem absetzen, repetieren und wieder neu anfangen nicht geändert.
An dem ausgefeilten schönen Sprachstil finde ich nichts auszusetzen. Die Handlungsbrüche verleiden mir allerdings den Spaß an der Story.
Eine sehr mystische Wintergeschichte, die mich in ein unbekanntes Reich mitnahm. Wortreich und spannend geschrieben, und zwischen den Zeilen konnte ich doch Kaorus Schreibstil entdecken, nicht so ausgeprägt wie sonst, aber er war doch da... Tolle Erzählung!
Danke für diese doch ganz andere Winterüberraschung.
09.02.2016 um 22:40 Uhr
Seit Erfindung des Kinos und Fernsehens mag kaum jemand mehr Landschaftsbeschreibungen lesen, die über eineinhalb Seiten hinausgehen. Wenn Gut und Böse aufeinander treffen, haben nach den Weltgesetzen Hollywoods die Funken zu stieben. Bei Kaoru rieselt leise der Schnee, und selbst der Konflikt ist keiner, sondern dient der Lust.
Der heilende Raphael (bei Kaoru mit schwarzen! Flügeln) bringt eine gehörnte Novizin aus dem anderen Lager auf den Weg. Aber wenn er Erfolg hat, was dann, wird ihm dann nicht etwas fehlen? Und wohin dann mit ihren Stummelhörnchen. Die sind doch so süß.
Ich empfehle mal, den ersten Absatz der Geschichte laut zu lesen. Na?
Es sind nicht nur die Worte, es ist die Satzmelodie, die diese Geschichte so eingängig macht. Kaoru, Du bist ertappt, Du spielst ein Musikinstrument!
Und bestimmt nicht Saxophon.
Ich hatte nicht den Eindruck von Lücken in dem Text. Es sind sinnvolle Sprünge, und lässt die Szene noch geheimnisvoller erscheinen. Schließlich geschieht alles unter Ausschluss der Öffentlichkeit, denn das Dorf schläft, und ich habe fast das Gefühl der Indiskretion als Leser.
Ein ganz klein bisschen weniger Romantik wäre nach meinem Empfinden mehr gewesen, Kaoru. So eine kleine Kratzscharte hier und dort. Aber das ist auch von der jeweiligen Stimmung beim Lesen abhängig.
Ein schöner, ruhiger Text, stimmungsvoll und mit Prickeln.
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