Berta sitzt am Wohnzimmertisch und sortiert einen Stapel Postkarten. Verschneite Landschaften, Weihnachtsbäume, leuchtende Kerzen auf Hochglanz. Jedes Motiv auf einen eigenen Stapel. Daneben ein zerstanztes Papierquadrat postfrischer Briefmarken. Sie schaut mit einem Kugelschreiber in der Hand zu Anton. Jetzt fehlen nur noch die Adressen.
Info: Veröffentlicht am 03.12.2012 in der Rubrik BDSM.
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Berta sitzt am Wohnzimmertisch und sortiert einen Stapel Postkarten. Verschneite Landschaften, Weihnachtsbäume, leuchtende Kerzen auf Hochglanz. Jedes Motiv auf einen eigenen Stapel. Daneben ein zerstanztes Papierquadrat postfrischer Briefmarken.
Sie schaut mit einem Kugelschreiber in der Hand zu Anton. »Können wir jetzt endlich die Adressen für die Weihnachtspost heraussuchen?«
Anton sitzt vor dem Computer und stöhnt innerlich. Wir. Immer dann, wenn es wir heißt, ist damit nichts anderes gemeint, als dass er selbst das tun muss, was wir sich vornimmt. Die Adressen für die Postkarten sollen es also sein. Post, die jedes Jahr an Verwandte, Bekannte und Freunde geht. Mit gleichen Wünschen und ähnlichen Kartenmotiven. Jahresend-Routine.
»Können wir die Karten nicht einfach für alle restlichen Weihnachtsfeste im Voraus drucken lassen? Mit Anschrift, Bild und ein paar netten Zeilen, das merkt sowieso niemand. Dreißig Empfänger mal vierzig Jahre ergibt tausendzweihundert Karten. Dann klebst du jedes Jahr im Dezember nur noch Briefmarken auf die dreißig obersten Karten vom Stapel und bist fertig.«
Berta schaut irritiert. »Eintausendzweihundert Postkarten? Ist das dein Ernst?«
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Schöne Idee, auch schon genutzt, aber ich gehöre noch zu der vermutlich aussterbenden Spezies die Karten noch mit der Hand schreibt und sämtliche Adressdaten im Kopf herum trägt .
Bei dem Lagerproblem von Anton und Berta musste ich herzhaft lachen und gestehen, ich habe kein Lagerproblem von Karten die ich in der Zukunft versenden will, sonder von Karten die ich bekommen habe und da haben sich in den letzten Jahrzehnten einige angesammelt...
Ich glaube, ich sollte Jack nicht auf diesen Blogbeitrag aufmerksam machen. Bei uns bin nämlich auch ich diejenige, die die Karten schreibt .. Aber im Gegensatz zu Berta habe ich auch die Adressen )
Was für eine nette Einladung, den Schattenweihnachtsboten zu benutzen! Mir persönlich sind allerdings Postkarten wie Gruß-e-mails als Gruß nicht so sympathisch, entweder einen Brief, eine persönliche längere E-mail oder das gute alte Telefon. Freilich, wenn ich Berta bei mir hätte, die meine Karten auf den Knien ... naja, da käme ich arg in Versuchung, auch Leute anzuschreiben, die ich noch nie gesehen habe, zum Beispiel Herrn Jona ...
Was die Weihnachtspost angeht, schließe ich mich Ambiente und Mirador an, das muss schon persönlicher sein, aber es gibt ja nicht nur stockkonservative Perverlinge, sondern auch welche, für die die neuen Medien das allein glücklich machende Mittel der Kommunikation sind, und für die ist das natürlich eine feine Möglichkeit.
Im Vordergrund stehen für mich ohnehin Anton und Berta, ich habe mich an Wortschöpfungen wie „Komponenten des Kugelschreibers“ und „Postkartenendlager“ erfreut, an Antons praktischer Natur (Trauerkarten) und an den Interpretationsspielräumen für das kleine Wörtchen „wir“.
also echt - sosehr ich Anton und Berta ja liebe, Postkarte heißt per Post. Punktum!
Ich habe diese Jahr Karten drucken lassen - unser Weihnachtsbaum vom letzten Jahr (in voller Pracht) und ein paar private Bilder. Finde ich persönlich sehr schön - ist irgendwie privater als die herkömmlichen Weihnachtskarten.
30.05.2020 um 11:41 Uhr
Eine nette Idee über die traditionellen Rituale unserer Gesellschaft.
Ich selbst bin kein riesen Fan von Weinachten. Vermutlich fünf ich den Gedankengang amüsant.
Mein Ansatz ist jedoch viel einfacher. Es kriegt einfach so gut wie keiner Karten. Kennen die alle schon. Keiner mehr beleidigt.
Zu diesem Beitrag im Forum.