Schon seit einiger Zeit, mein geliebter Herr, muss ich beschämt feststellen, dass mein Körper - all meiner seelischen Hingabe zum Trotz - deinem Wunsch und Befehl nicht gehorcht. Darf ich es wagen, dich an den bescheidenen Kenntnissen einer treu ergebenen Sklavin teilhaben zu lassen?
Info: Veröffentlicht am 11.09.2021 in der Rubrik BDSM.
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Bild: Schattenzeilen, Dall-E
Mein geliebter Herr,
schon seit einiger Zeit muss ich beschämt feststellen, dass mein Körper - all meiner seelischen Hingabe zum Trotz - deinem Wunsch und Befehl nicht gehorcht und dir die nötige Kooperation verweigert. So grausam und unerbittlich du mit deinen kundigen Fingern beim Geschlechtsakt auch meine Klitoris umspielst, so sehr scheint mein Leib sich dagegen zu sträuben, dir diesen letzten, allumfassenden Triumph über meine Lust zu gönnen. Ich bin untröstlich, dass ich seinen Widerstand nicht aus eigener Kraft zu brechen vermag. Sollte es indessen in deiner Absicht liegen, dir meinen Körper endgültig untertan zu machen, so wirst du in mir die willigste Komplizin finden. Ich kann dir als Spionin dienen, kann dir all seine Geheimnisse verraten und dich über die kleinste seiner Regungen in Kenntnis setzen. Du brauchst dann lediglich mit der dir eigenen Kunstfertigkeit das erworbene Wissen anzuwenden, und die Bastionen werden nicht mehr zu halten sein.
Darf ich es also wagen, dich an meinen bescheidenen Kenntnissen teilhaben zu lassen? Mein allererster Rat wäre, das Ziel nicht mehr so direkt anzuvisieren.
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Kommentare von Leserinnen und Lesern
25979
Gelöscht.
26.12.2022 um 20:50 Uhr
Aus dem Leben. Nicht mehr, nicht weniger. Mancher wird hier vielleicht bemängeln, dass Sub den Dom ... Unfug. Einfach eine schöne Erinnerung daran, dass es immer noch um Menschen geht.
Geben und Nehmen sind auch in BDSM mit Sinn keine Einbahnstraßen. Anderes hat für mich auch nicht wirklich etwas damit zu tun. Da dient m.E. die Bezeichnung nur als Alibi.
Mit der beste Text, den ich bislang hier lesen durfte. Wenn nicht gar DER beste. Nicht nur inhaltlich, sondern auch in der Ausführung.
Nun komme ich auch hier endlich dazu, mich zu Wort zu melden! Bitte verzeiht mein langes Schweigen, das reale Leben hatte mich ziemlich am Wickel ...
Ambiente Ach, was für ein schöner Kommentar! Danke! Ich fühle mich geehrt, dich zum Kreise meiner Lieblingsleser:innen zählen zu dürfen.
Chezjulia Hab Dank für deinen lieben Kommentar! Ich wünsche den beiden natürlich auch, dass es klappt ...
Luna Ery Vielen lieben Dank! Ja, Mut gehört schon dazu, wenn es darum geht, für die eigenen Wünsche und Bedürfnisse einzustehen.
Tek Wolf Auch der beste Dom ist womöglich dankbar für ein wenig Schützenhilfe. Zu erwarten, dass der Herr qua seines Amtes Gedanken lesen kann, wäre wohl überzogen. Wie schön, wenn der Text dich inspireren konnte!
27386 Danke für deine lieben Worte! Sehnsucht ist nicht die schlechteste Triebfeder auf unseren erotischen Reisen ...
Deviltm Physiologische Erregung und Orgasmus sind ja noch mal zwei verschiedene Dinge.
poet Offenbar gehörst du zu der seltenen Spezies der Doms, die Gedanken lesen können. Meinen Glückwunsch!
Schattenfeuer Kommunikation ist eine echte Gratwanderung. Ob sie gelingt, hängt immer auch vom Empfänger der Botschaft ab.
Hans Bergmann Ja, das ist seltsam, nicht wahr? Irgendwie erwarten alle, dass man das mit dem weiblichen Orgasmus ganz von selber rausfinden soll. Dabei ist der mindestens so komplex wie ein Billy-Regal.
Meister Y Tausend Dank für dein Lob! Und ja, dieser Text unterscheidet sich doch sehr von "Im Keller". Wie es halt so ist mit den erotischen Facetten ...
Queeny Vielen lieben Dank! Ich versüße doch gern den Tag.
Agnieszka Spielmann Ob das Gesagte den Empfänger erreicht, wissen wir nicht. Mehr als die Botschaft zu formulieren, kann die arme Sub ja nicht tun.
26040 Wenn du magst, kannst du gerne eine Fortsetzung aus der männlichen Perspektive schreiben.
Kreuziger Mir wurde bei diesem Text mal von einer Leserin vorgeworfen, dass er viel zu kompliziert und wortreich sei, um Männerhirne zu erreichen. Kurz, knapp, knackig - alles andere sei nur eine Überforderung. Ob das stimmt, kann ich natürlich nicht beurteilen.
Gut geschrieben diese Geschichte! Interessant welche Probleme so manche Subs haben. Statt anstandslos zu funktionieren, stellen sie Ansprüche und versuchen, ihre eigenen Probleme durch den Dom lösen zu lassen. Egoismus pur sozusagen! Lesenswert
Sehr schön geschrieben. Eine Anleitung zum endlich gemeinsamen höhepunkt und doch von der wortwahl liebevoll, zärtlich und keine spur von sachlicher Beschreibung. Manche Männer mögen denken, warum krieg ich njcht für meine frau das selbe, aber diese Exemplare würden durch die wahl der worte überfordert sein. Hingabe und klare Forderung zugleich. Eine wertvolle gabe.
Gefällt mit gut! Manchmal etwas kompliziert formuliert, da muss ich zweimal lesen. Liegt aber wahrscheinlich an mir. Gerade darin liegt der Reiz des Vortrags. Da wird kokett gelobt was das Zeug hält. Da wird subtil in die gewünscht Richtung manipuliert. Die Parallelen zu militärischer Strategie und Taktik ist treffsicher. Insgesamt ein kluges Statement zur "Lustoptimierung". Der einzige Wermutstropfen, der für mich bleibt: Wer ist hier "Dom" und wer ist "Sub"? Ich würde mir eine Fortsetzung wünschen, mit geänderten Vorzeichen.Danke, habe mich gut unterhalten.
26.12.2022 um 20:50 Uhr
Aus dem Leben. Nicht mehr, nicht weniger. Mancher wird hier vielleicht bemängeln, dass Sub den Dom ... Unfug. Einfach eine schöne Erinnerung daran, dass es immer noch um Menschen geht.
Geben und Nehmen sind auch in BDSM mit Sinn keine Einbahnstraßen. Anderes hat für mich auch nicht wirklich etwas damit zu tun. Da dient m.E. die Bezeichnung nur als Alibi.
Mit der beste Text, den ich bislang hier lesen durfte. Wenn nicht gar DER beste. Nicht nur inhaltlich, sondern auch in der Ausführung.
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